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Bundesgericht bestätigt Urteil gegen Thurgauer Freier

Dieser Inhalt wurde am 16. Oktober 2009 - 12:46 publiziert
(Keystone-SDA)

Lausanne - Ein Thurgauer muss definitiv für acht Jahre hinter Gitter, weil er mit vier Strassenprostituierten brutale und gefährliche sadistische Sexpraktiken vollzogen hat, ohne die Frauen vorgängig darüber zu informieren. Das Bundesgericht hat seine Verurteilung bestätigt.
Das Thurgauer Obergericht hatte den Mann nach Anzeige von vier Prostituierten im vergangenen Februar der mehrfachen grausamen sexuellen Nötigung und Vergewaltigung, der Gefährdung des Lebens und der Ausnützung einer Notlage schuldig gesprochen. Es verurteilte ihn zu acht Jahren Freiheitsstrafe.
Der Betroffene hatte zwischen Herbst 2005 und Frühjahr 2006 die Dienste der vier zum Teil drogenabhängigen Strassenprostituierten in Anspruch genommen. Er informierte sie vorgängig über seinen Wunsch nach Fesselspielen, wozu sie sich auch bereit erklärten.
Beim Sex knebelte er die Frauen und legte ihnen eine Augenbinde an. Zudem band er drei von ihnen eine "Todesschlinge" um den Hals, die sich bei einer Bewegung der Gliedmassen zusammenzog. An seinen wehrlosen Opfern vollzog er den Analverkehr.
Das Obergericht lastete ihm an, dass er die Frauen nicht vorgängig im Einzelnen darüber aufgeklärt habe, was er zu tun beabsichtige. Wenn er ihnen gegenüber von Fesselungen gesprochen habe, hätten sie darunter höchstens Fuss- oder Handfesseln verstehen können.
Während der sexuellen Handlungen seien die Opfer nicht mehr in der Lage gewesen, ihre Ablehnung auszudrücken. In seiner Beschwerde ans Bundesgericht machte der Verurteilte geltend, die Frauen hätten sich trotz Knebelung ausreichend bemerkbar machen können.
Er habe im gleichen Zeitraum bei sechs weiteren Frauen die gleichen Praktiken klaglos angewandt. Die Richter in Lausanne haben seine Beschwerde nun abgewiesen. Gemäss dem Urteil steht zunächst fest, dass es an einer Einwilligung der Opfer gefehlt hat.
Zu Recht habe das Obergericht dem Verurteilten zudem angelastet, grausam gehandelt und bei einer der Frauen konkrete Lebensgefahr herbeigeführt zu haben. Schliesslich sei bei einer heroinabhängigen Frau auch das Ausnützen einer Notlage korrekterweise bejaht worden.

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