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Bundespräsidentin Doris Leuthard spricht am heutigen Dienstag vor der UNO-Generalversammlung. (Archivbild)

KEYSTONE/ANTHONY ANEX

(sda-ats)

Der erste Auftritt von US-Präsident Donald Trump bei der UNO überblendet die Auftritte vieler anderer Staatsoberhäupter, so auch den von Bundespräsidentin Doris Leuthard. Die Schweiz bleibt bei den Vereinten Nationen aber gut aufgestellt.

Nur selten hat die Schweiz in ihrer 15-jährigen UNO-Mitgliedschaft so prominent auftreten dürfen wie Bundespräsidentin Doris Leuthard als vierte Rednerin an der Generaldebatte am heutigen Dienstag. Doch kurz vor der Schweizerin spricht US-Präsident Donald Trump zum ersten Mal zur UNO-Generalversammlung. Seine mit Spannung erwartete Rede wird jene der Schweizer Bundespräsidentin überschatten.

Für die Schweiz geht es bei der UNO aber nicht um Prominenz, sondern darum, sich als glaubhafte, neutrale und respektierte Mediatorin anzubieten. Die erklärte Priorität des Bundesrates für die nun eröffnete 72. UNO-Generalversammlung ist es, die Guten Dienste der Schweiz als Brückenbauerin im Hintergrund anzubieten.

Schweiz unterstützt Reformen

Leuthard kündigt in ihrer Rede zudem die Unterstützung der Schweiz für die vom neuen UNO-Generalsekretär Antonio Guterres geplanten Reformen der oft trägen Organisation an. Sie betont die Wichtigkeit, die nachhaltige Entwicklungsagenda 2030 auf eine solide finanzielle Basis zu stellen, die sich der öffentliche und der private Sektor teilen.

Nach 15 Jahren in der UNO sei die Schweiz gut aufgestellt, sagte Aussenminister Didier Burkhalter am Montag während seines eintägigen Abschiedsbesuchs in New York. In Sachen Mediation und Prävention sei die Schweiz wenn nicht die Nummer eins doch in der obersten Liga, sagte Burkhalter vor Medienvertretern.

Wachsende Bedeutung von Genf

Der scheidende Aussenminister sieht dem UNO-Sitz in Genf wachsende Bedeutung zukommen. "Wir haben mit dem internationalen Genf viele Chancen, aber auch grosse Verantwortung. Es kommt eine Zeit vieler Schwierigkeiten auf die gespaltene Welt zu, wo Grossmächte oft kaum zueinander finden", prophezeite Burkhalter.

Die diesjährige Generalversammlung dient den Bundesräten auch dazu, um den Puls der USA unter Trump bei der UNO zu fühlen. Burkhalter sagte, er hoffe, dass Trump seine Ideen für die Arbeit in der UNO in einer konstruktiven Weise einbringe und mehr als Twittersprüche zu bieten habe.

Auch ergeben sich im Rahmen der UNO-Generalversammlung jeweils viele Möglichkeiten zu bilateralen Treffen auf höchster Ebene für die Schweizer Vertreter in New York. Burkhalter traf auf seiner kurzen Abschiedstour an der UNO ein halbes Dutzend Amtskollegen, so auch den iranischen Aussenminister Mohammad Zarif. Leuthard wird in einem bilateralen Treffen ebenfalls heute Dienstag erstmals mit der britischen Premierministerin Theresa May zusammenkommen.

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SDA-ATS