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Bundesrat will keine Medikamentenabgabe durch Ärzte

Dieser Inhalt wurde am 21. Oktober 2009 - 13:11 publiziert
(Keystone-SDA)

Bern - Der Bundesrat will der Medikamentenabgabe durch Ärzte einen Riegel schieben und kantonal unterschiedliche Regeln abschaffen. Zudem will er Medikamente für Kinder fördern. Geschehen soll das im neuen Heilmittelgesetz, das Mitte Woche in die Vernehmlassung ging.
Bei der Medikamentenabgabe direkt in der Praxis stehe der Arzt in einem Interessenkonflikt als Verkäufer und Verschreiber, sagte Bundesrat Pascal Couchepin vor den Bundeshausmedien. Es habe sich gezeigt, dass in der Selbstdispensation mehr Mittel verschrieben würden. Darum wolle die Regierung diese Abgabeform im Prinzip verbieten.
Die Realität im Lande lasse aber nur ein "Verbot im Prinzip" zu, erklärte Couchepin weiter. In abgelegenen Gebieten sollen die Ärzte weiterhin Medikamente abgeben dürfen, wenn die nächstgelegene Apotheke mit dem öffentlichen Verkehr nicht innert nützlicher Frist erreichbar ist.
Nicht nur mit dem Selbstdispensations-Verbot will die Regierung Anreize stoppen, welche zum Einsatz zu vieler oder zu teurerer Medikament führen.
Boni, Rabatte und andere "geldwerte Vorteile" sollen in der Buchführung und durch die Offenlegung von Beteiligungen ausgewiesen werden. Das Verbot dieser "geldwerten Vorteile" wird auf verschreibungspflichtige Medikamente beschränkt, gleichzeitig ausgeweitet.
Bei Medikamenten der Komplementärmdedizin erleichtert die Vorlage die Zulassung und trägt damit dem Volksentscheid vom 17. Mai Rechnung. Zudem will sie die Selbstmedikation der Bevölkerung fördern.
Die ordentliche Revision des Heilmittelgesetzes stellt die zweite Etappe im Revisionsprozess dar. In der ersten Etappe wurde das Versorgungsproblem mit Arzneimitteln in den Spitälern entschärft. Diese Bestimmungen treten im ersten Halbjahr 2010 in Kraft. Die Vernehmlassung für die zweite Etappe endet am 5. Februar 2010.

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