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Die Cham Paper Group gibt die Herstellung von Rohpapier auf. Nachdem sich die Gruppe am Sitz in Cham ZG bereits auf die Beschichtung von Spezialpapieren konzentriert hat und ein Immobilienprojekt vorantreibt, verkauft sie ihre beiden italienischen Papierfabriken.

Die Werke in Carmignano und Condino werden an die österreichische Delfort Group verkauft, wie die Cham Paper Group am Montag mitteilte. Der Transaktionswert beträgt rund 86 Mio. Euro. Darin sind Bankschulden von rund 45 Mio. Euro eingerechnet, die von Delfort übernommen werden.

Das österreichische Familienunternehmen führe die beiden Fabriken mit gut 300 Angestellten vorläufig in bisheriger Form weiter, da sie die Aktivitäten von Delfort sehr gut ergänzten, sagte Cham-Paper-Group-Sprecher Edwin van der Geest in einer Telefonkonferenz.

Die Cham Paper Group hatte im April bekannt gegeben, mit Delfort Kooperationsgespräche zu führen. Sie entschied sich für einen Verkauf, weil die Zukunftsaussichten der auf Volumenproduktion ausgerichteten Werke in einer grossen Gruppe am besten sei, sagte van der Geest.

Delfort mit Sitz in Traun bei Linz produziert Spezialpapiere mit rund 1750 Mitarbeitenden in fünf Werken in Österreich, Ungarn, Tschechien und Finnland.

Grossteil des Umsatzes weg

Mit dem Verkauf entfallen der Cham Paper Group rund 200 Mio. Fr. an Umsatz. Dies entspricht einem Grossteil des Konzernumsatzes, der sich letztes Jahr auf 279,7 Mio. Fr. belaufen hatte. Das Werk in Cham werde 2013 noch rund 60 Mio. Fr. und im nächsten Jahr rund 25 Mio. Fr. umsetzen, sagte van der Geest. Denn Ende März ist dort auch die zweite der beiden Papiermaschinen stillgelegt worden.

Die Cham Paper Group hatte Ende 2011 bekannt gegeben, sie gebe die Produktion von Rohpapier in Cham auf und verlagere die Herstellung von Einlagepapieren für Tabakwaren-Verpackung in die beiden italienischen Werke. Von den einst 312 Stellen in Cham wurden 212 gestrichen.

Neue Geschäfte und Immobilienprojekt

Verbleiben soll ein Technologie- und Entwicklungszentrum mit rund 100 Arbeitsplätzen, das sich auf die Veredelung zugekaufter Rohpapiere (Streichtechnologie) konzentriert. Dazu zählen Textildruckpapiere und neuartige Barriere-Papiere, von denen sich die Firma höhere Margen erhofft.

Das Geschäft soll rasch ausgebaut werden, damit es die nötige Grösse erreicht, um 2015 die Gewinnschwelle zu erreichen. Bis dann soll auch der Entscheid fallen, wo das neue Streichwerk gebaut wird, denn das bisherige Firmengelände in Cham soll zu einem neuen Stadtteil mit Wohnungen und Arbeitsplätzen werden.

Wie die aus dem Verkauf der italienischen Werke zufliessenden gut 40 Mio. Euro genau verwendet werden, ist laut van der Geest noch nicht klar. Ende 2012 hatte die Cham Paper Group bereits über Barmittel von rund 50 Mio. Fr. verfügt, die für das neue Streichwerk und die Umnutzung des "Papieri-"Areals ausreichten.

Analysten sprachen von einem attraktiven Verkaufspreis für die beiden italienischen Werke. Die Aktie notierte am Mittag ein kräftiges Kursplus von 5,9 Prozent. Vontobel hielt dazu fest, Hauptwachstumstreiber des Titel bleibe das Immobilienprojekt, bei dem es aber noch Jahre dauern könne, bis dessen Wert freigesetzt werde.

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SDA-ATS