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Brasilianische Soldaten mit dem Sarg eines Absturzopfers am Flughafen von Chapecó.

KEYSTONE/AP/ANDRE PENNER

(sda-ats)

Bei strömendem Regen kommen die Särge an. Fast das ganze Fussballteam von Chapecoense ist tot, gestorben auf dem Weg zum Finale um den Südamerika-Cup. Im Stadion von Chapecó gab es am Samstag eine bewegende Trauerfeier.

Die gecharterte Maschine war am Montagabend (Ortszeit) kurz vor der Landung in Medellín, Kolumbien, abgestürzt. Das Team von Chapecoense war auf dem Weg zum Final-Hinspiel um den Südamerika-Cup gegen Atlético Nacional Medellín. 71 Menschen starben, sechs überlebten: drei Spieler, zwei Crewmitglieder, ein Journalist. Ihr Zustand ist inzwischen stabil. Der kleinen Charterfluggesellschaft LaMia wurde die Lizenz entzogen.

Zwei Transportflugzeuge der Luftwaffe waren am Samstag mit insgesamt 50 Särgen auf dem Flughafen gelandet, auf offenen Lastwagen wurden sie zur Arena gebracht, wo rund 20'000 Menschen Abschied nahmen. Es regnete in Strömen, die Menschen schützten sich mit Plastikfolien.

Ein weisser Luftballon für jedes Opfer

Es wurden alle Namen der Toten verlesen; für jedes Opfer liess man einen weissen Luftballon steigen. Weinende Menschen lagen sich in den Armen. Soldaten trugen die Särge in das Stadion. Bürgermeister Luciano Buligon, der wegen eines anderen Termins den Flug mit dem Fussballteam nach Medellín verpasst hatte, dankte ausdrücklich den Kolumbianern für die grosse Anteilnahme. Zum Schluss stimmten die Fans unter Tränen "Chape, Chape"-Jubelgesänge an.

Der brasilianische Präsident Michel Temer war am Flughafen, um den Opfern der Tragödie die letzte Ehre zu erweisen. Entgegen seinen ursprünglichen Plänen - er ist als Treiber der Amtsenthebung von Vorgängerin Dilma Rousseff umstritten und wird immer wieder ausgepfiffen - war er auch im Stadion bei der Trauerfeier, dort hielt er sich im Hintergrund. Selbst FIFA-Präsident Gianni Infantino nahm am Gedenken an die Opfer teil.

Särge auf rotem Teppich übers Rollfeld

Die Särge mit den getöteten Spielern, Trainern und Betreuern wurden einzeln aus den Flugzeugen getragen und von jeweils sechs Soldaten über das Rollfeld und einen roten Teppich geschoben - die Menschen applaudierten den Opfern, Salutschüsse erschallten.

Vom Flughafen wurden die Särge zur Arena Condá gebracht. Viele Menschen weinten bitterlich, der Umstand, dass die Maschine wegen Treibstoffmangels abgestürzt ist, macht das Schicksal noch schwerer ertragbar. In Gedenken an die Opfer gab es weltweit vor Fussballspielen eine Schweigeminute, viele Mannschaften liefen mit Trauerflor auf.

In Chapecó, einer von europäischen Einwanderern geprägten Stadt im Bundesstaat Santa Catarina, steht die Zeit still. Das Grün des Clubs ist überall die dominierende Farbe. Aus aller Welt gibt es Anteilnahme.

Run auf den Fussballclub

Wie es nun weitergeht, ist unklar. Eigentlich stünde in einer Woche das letzte Saisonspiel in der ersten Liga gegen Atlético Mineiro aus Belo Horizonte in der heimischen Arena Condá an. Nach Medienberichten hat der Club mit bisher rund 5000 Mitgliedern mehr als 13'000 neue Anträge auf Mitgliedschaft erhalten. Zudem sind die grünen Trikots des Teams von Chapecoense vielerorts ausverkauft.

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SDA-ATS