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Der chilenische Dichter Gonzalo Rojas, einer der bedeutendsten lateinamerikanischen Poeten der Gegenwart, ist tot. Wie die Familie am Montag mitteilte, erlag der Autor im Alter von 93 Jahren in Santiago de Chile einem Hirnschlag.

Rojas hatte schon seit Monaten mit dem Tode gerungen. Er war 2003 mit dem Cervantes-Preis, dem wichtigsten Literaturpreis der spanischsprachigen Welt, ausgezeichnet worden. In seinen zahllosen Gedichten Werken befasste er sich vor allem mit Themen wie der Liebe, der Erotik und der Vergänglichkeit des Lebens.

Er galt als einer der Erben des grossen chilenischen Dichters Pablo Neruda (1904-1973). Einige seiner Werke wurden auch ins Deutsche übersetzt. Rojas verehrte die deutschen Romantiker wie Novalis und Hölderlin.

Nach dem Sturz des sozialistischen chilenischen Präsidenten Salvador Allende durch den Militärdiktator Augusto Pinochet 1973 ging Rojas in die DDR ins Exil. Dort erhielt er eine Gastprofessur in Rostock, durfte aber keine Vorlesungen halten.

Er verliess die DDR bald wieder, nahm Gastprofessuren in Venezuela und den USA an und kehrte 1979 in sein Heimatland zurück. Dem Sozialisten Allende hatte der Poet als Diplomat in China und Kuba gedient. In Havanna war er chilenischer Botschafter und wurde dort vom Militärputsch der Pinochet-Junta überrascht.

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SDA-ATS