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Lässt gerne die Muskeln spielen - und provoziert damit Gegenreaktionen wie die jüngste Stationierung einer US-Raketenabwehr in Südkorea: der nordkoreanische Diktator Kim Jong Un (in einer Aufnahme vom Januar 2016).

KEYSTONE/AP/AHN YOUNG-JOON

(sda-ats)

Gegen den Widerstand Chinas haben die USA mit der Stationierung eines Raketenabwehrsystems in Südkorea begonnen. Das System stärke das Bündnis zwischen den USA und Südkorea in der Abwehr der "nordkoreanischen Raketenbedrohung", erklärte das US-Pazifikkommando.

Kurz vor der US-Erklärung am Montag hatte Nordkorea erneut mehrere Raketen getestet. Die US-Streitkräfte hätten "die ersten Elemente" des Raketenabwehrsystems nach Südkorea gebracht, erklärte das Pazifikkommando.

Ein von der US-Armee verbreitetes Video zeigte zwei grosse Lastwagen mit Abschussrampen, die aus einem Transportflugzeug geladen wurden. Das THAAD arbeitet mit eigenen Raketen, welche die feindlichen Geschosse abfangen und zerstören sollen. Das System kann ballistische Mittelstreckenraketen in ihrer letzten Flugphase abfangen und zerstören.

Nordkoreas beschleunigtes Programm von Atomwaffentests und Starts ballistischer Raketen sei eine "Bedrohung des internationalen Friedens und der internationalen Sicherheit" sowie eine Verletzung zahlreicher UNO-Resolutionen, erklärte das US-Pazifikkommando zur Begründung der raschen Stationierung. Es handle sich um ein "strikt defensives System", das lediglich Südkorea vor Angriffen aus dem Norden schützen soll.

Nordkorea hatte am Montag vier Raketen ins Japanische Meer abgefeuert und damit erneut seine Nachbarländer und die USA provoziert. Nach Angaben aus Tokio gingen drei Geschosse in der japanischen 200-Meilen-Zone nieder.

Pjöngjang: Übung für Angriff auf US-Streitkräfte

Pjöngjang selbst erklärte, der Test sei eine Übung für einen Angriff auf die US-Streitkräfte. Potenzielles Ziel seien die Stützpunkte der US-Armee in Japan, meldete die amtliche Nachrichtenagentur KCNA.

UNO-Generalsekretär Antonio Guterres verurteilte den jüngsten Raketentest und forderte Pjöngjang am Montag auf, künftig derartige "Provokationen" zu unterlassen. US-Präsident Donald Trump und der japanische Regierungschef Shinzo Abe telefonierten miteinander und erklärten, die Raketenabschüsse seien eine "klare Verletzung" von UNO-Resolutionen und eine "Herausforderung der regionalen und internationalen Gemeinschaft".

Abe sprach von einer "neuen Stufe der Bedrohung". Am Mittwoch will der UNO-Sicherheitsrat in einer Dringlichkeitssitzung darüber beraten.

Auch die Schweiz verurteilte den nordkoreanischen Raketenabschuss; damit seien mehrere Resolutionen des UNO-Sicherheitsrates verletzt worden, hiess es am Dienstag an der Abrüstungskonferenz in Genf.

Peking: Bedrohung eigener Sicherheitsinteressen

China sieht in dem THAAD-Abwehrsystem hingegen eine Bedrohung der eigenen Sicherheitsinteressen und der regionalen Stabilität. Peking lehne das System "entschieden" ab, sagte ein Sprecher des chinesischen Aussenministeriums am Dienstag.

"China wird entschlossen die nötigen Massnahmen ergreifen, um unsere eigenen Sicherheitsinteressen zu verteidigen", sagte Geng Shuang vor Journalisten. Alle Konsequenzen der Stationierung müssten "von den USA und Südkorea getragen" werden.

China ist traditionell der engste Verbündete Nordkoreas und hatte schon in der Vergangenheit Bedenken gegen die Raketenabwehr angemeldet. Ministeriumssprecher Geng forderte nun die beteiligten Parteien "dringend" auf, die Stationierung des Systems zu stoppen. Details zu den angekündigten chinesischen "Massnahmen" nannte er nicht.

Nordkorea fordert die Weltgemeinschaft immer wieder mit Raketentests heraus. Im vergangenen Jahr unternahm das isolierte stalinistische Land zwei Atomwaffentests und eine Reihe von Raketentests.

Pjöngjang verstiess damit gegen mehrere Resolutionen des UNO-Sicherheitsrats. Seit dem ersten nordkoreanischen Atomwaffentest 2006 beschloss der Sicherheitsrat bereits sechs Sanktionsrunden gegen das Land.

SDA-ATS

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