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Die chinesische Industrie wächst nur noch minimal. Wegen der weltweit nachlassenden Nachfrage fiel der Einkaufsmanager-Index im Juni auf 50,1 von 51,6 im Mai, teilte das Markit-Institut am Donnerstags zu seiner monatlichen Unternehmensumfrage mit.

Das ist der niedrigste Stand seit elf Monaten. Damit hielt sich das Barometer gerade noch über der Marke von 50 Punkten, die ein Wachstum im Vergleich zum Vormonat signalisiert. Die Nachfrage lasse angesichts der strafferen Geldpolitik und der Schwäche der Exportmärkte nach, sagte der China-Chefvolkswirt der britischen Grossbank HSBC.

Der Exportweltmeister leidet vor besonders unter der Schwäche seines wichtigsten Kunden, den USA. Der wirtschaftliche Gegenwind könnte stärker und hartnäckiger sein als ursprünglich erwartet, sagte US-Notenbankchef Ben Bernanke. Die Erholung verlaufe "frustrierend langsam".

Politik der Notenbank dämpft Konjunktur

Aber auch die Politik der chinesischen Notenbank dämpft die Konjunktur. Sie hat wegen stark steigender Preise ihren Leitzins seit vergangenem Herbst fünfmal angehoben, was Kredite für Konsum und Investitionen verteuert. Die Banken müssen zudem mehr Geld bei ihr in Reserve halten. Die Zentralbank zieht damit Geld aus dem Verkehr, das sonst die Inflation zusätzlich anheizen könnte.

Experten erwarten eine Fortsetzung des Kurses. Im Mai hat die Teuerungsrate mit 5,5 Prozent den höchsten Stand seit knapp drei Jahren erreicht, weil sich vor allem viele Lebensmittel drastisch verteuerten. Einen Abschwung der zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt befürchten die meisten Experten dennoch nicht. Im Mai war die Industrie im Vergleich zum Vorjahresmonat um kräftige 13 Prozent gewachsen.

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SDA-ATS