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Seit Wochen ist es erwartet worden, jetzt ist es offiziell: Die Französin Christine Lagarde hat das Rennen um den IWF-Chefposten gewonnen. Die Entscheidung war einstimmig.

Die 55-Jährige folgt Dominique Strauss-Kahn nach, der eines Sexualvergehens beschuldigt wird und Mitte Mai zurückgetreten war.

Lagarde hatte nur einen einzigen Mitbewerber, den mexikanischen Notenbankchef Agustín Carstens. Die Französin galt wegen der Unterstützung der europäischen Länder von vornherein als Favoritin. Nachdem sich am Dienstag ausserdem noch die USA öffentlich hinter Lagarde gestellt hatten, galt ihre Wahl als gesichert.

Ab 5. Juli im Amt

Lagarde soll das Amt am 5. Juli antreten. Der Verwaltungsrat bezeichnete in seiner Erklärung sie und Carstens als sehr qualifizierte Kandidaten. Das Gremium habe sich das Ziel gesetzt, eine einstimmige Entscheidung zu fällen und sich "nach Erwägung aller relevanten Informationen" für Lagarde entschieden.

Aus Schweizer Sicht wird die Wahl begrüsst. Es sei zudem wichtig gewesen, die Nachfolgefrage schnell zu klären, sagte Mario Tuor, Sprecher des Staatssekretariats für internationale Finanzfragen (SIF) auf Anfrage der sda. Wesentliche Themen wie etwa die internationale Finanzmarktstabilität können nun reibungslos weiter bearbeitet werden.

Noch als designierte IWF-Chefin hatte Lagarde beim Exekutivrat des Fonds zudem deutlich gemacht, dass sie sich auf dem Spitzenposten für die Belange der Schwellenländer besonders stark machen wolle.

Entschlossenheit

Befürchtungen armer und aufstrebender Nationen, sie könnte sich als Französin vor allem um die Probleme Europas kümmern, trat Lagarde dabei entschlossen entgegen. Sie sprach sich zudem für interne Reformen des IWF aus, die zu grösserer Vielfalt innerhalb der Belegschaft führen sollen.

Der Währungsfonds mit 187 Mitgliedsländern ist in der weltweiten Finanzkrise zu einem der wichtigsten Krisenhelfer geworden. Bei der Bewältigung der Euro-Schuldenkrise spielt er eine bedeutende Rolle.

Mit den Europäern schnürte der Fonds Milliarden-Rettungspakete für die Schuldensünder Griechenland, Irland und Portugal. Ausserdem entsendet er Teams in Schuldnerländer, die deren Fortschritte überprüfen.

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SDA-ATS