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Kann ein frühzeitiger Kontakt mit Bakterien in der gewohnten Umgebung Allergien verhindern? Das ist eine der Fragen, die der Arzt und Professor David Baud in der Studie zu beantworten versucht.

Keystone/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

(sda-ats)

Sind Hausgeburten für Kinder gesünder als Entbindungen im Spital? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Kantons- und Universitätsspital CHUV in Lausanne.

Die Klinik hat eine entsprechende Studie gestartet. Dabei wird untersucht, inwieweit sich das Mikrobiom von zu Hause gebärenden Patientinnen von demjenigen von Frauen unterscheidet, die im Spital entbinden. Das Mikrobiom bezeichnet die Gesamtheit aller den Menschen besiedelnden Mikroorganismen, die sich zum Grossteil aus Bakterien zusammensetzen.

Das Spital sucht rund fünfzig werdende Mütter, die zu Hause gebären und an der Studie teilnehmen wollen. "Unsere Klinik ist sehr an natürlichen Geburten interessiert. Das ist auch der Grund, weshalb hier bald ein Geburtshaus eröffnet wird", sagt David Baud, Leiter der Geburtshilfeabteilung des CHUV.

"Immer mehr Frauen sind heute überzeugt, dass natürlichere Geburten mit weniger Medizin besser sind. Doch in einer Universitätsklinik wollen wir wissenschaftliche Beweise", sagt der Professor.

Die Studie geht von der Feststellung aus, dass Mütter bei einer Entbindung zu Hause bei einer grossen Vielzahl von Mikroben gebären. Im Spital, steril und unwirtlich, ist das Gegenteil der Fall.

Weniger Allergien

Kann ein frühzeitiger Kontakt mit Bakterien in der gewohnten Umgebung Allergien verhindern? Bietet eine Hausgeburt die ideale Umgebung für die Zukunft eines Babys? "Das sind die Fragen, welche die Studie zu beantworten versucht", erklärt der Leiter der Geburtenabteilung.

Gemäss Studien in den Niederlanden, wo ein Viertel der Geburten zu Hause stattfindet, haben zu Hause geborene Kinder im Alter von sechs Jahren weniger Nahrungsmittelallergien und Hautekzeme als solche, die in Spitälern auf die Welt kamen. Die Hypothese besagt, dass die Mikroorganismen, denen sie zu Beginn ihres Lebens ausgesetzt waren, deutlich vielfältiger waren als im sterilen Umfeld eines Spitals.

"Wir denken, dass der erste Kontakt zwischen Bakterien und dem menschlichen Immunsystem viele Dinge für das zukünftige Leben vorbestimmt", sagt Baud. Sehr früh mit Bakterien aus der vertrauten Umgebung konfrontiert zu werden, könne das Immunsystem stärken und zum Beispiel Allergien verhindern.

Über die Mikroorganismen des Darms wisse die Wissenschaft gut Bescheid, sagt Baud. Dies sei jedoch nicht der Fall bei der Vagina oder beim Sperma, geschweige denn beim Mikrobiom eines zu Hause geborenen Babys. "Deshalb haben wir diese Studie lanciert", sagt Baud.

Studienteilnehmerinnen gesucht

Derzeit nehmen sechs Frauen am Forschungsprojekt teil. Bauds Team sucht noch immer rund fünfzig Freiwillige in der ganzen Westschweiz, die zu Hause gebären möchten.

Die Teilnahme besteht aus einigen sehr einfachen Proben von Vagina, Haut der Mutter und des Babys sowie Stuhl des Babys, um herauszufinden, welche Bakterien sie besiedeln. Abstriche werden vor und nach der Geburt gemacht.

In einem ersten Schritt soll das Mikrobiom vor und nach der Geburt verglichen werden. Anschliessend ist vorgesehen, den Kindern über mehrere Jahre hinweg zu folgen.

Letztlich gehe es darum, den Müttern ein möglichst breites Entbindungsspektrum von der Hausgeburt bis zum Kaiserschnitt zu bieten. "Vielleicht finden wir am Ende heraus, dass die werdenden Mütter eigene Leintücher ins Spital mitbringen müssen", sagt Baud mit Blick in die Zukunft.

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SDA-ATS