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Die grossen Aktionäre der Credit Suisse (CS) stärken der Bankführung den Rücken. An der Generalversammlung stimmten 87,98 Prozent der anwesenden Stimmen für den Vergütungsbericht. Zudem gaben sie dem Verwaltungsrat freie Hand bei der Entlöhung von Mitarbeitern in Form von Aktien.

An der Generalversammlung, die am Freitag in Zürich stattfand, waren eine Milliarde Aktienstimmen vertreten, laut Verwaltungsratspräsident Urs Rohner die höchste bisher beobachtete Vertretung. Im Saal Anwesende, vor allem Kleinaktionäre, vertraten nur gut 3 Mio. Aktien.

In den vergangenen Wochen hatten die Anteilseigner der Vermögensverwaltungsbank Julius Bär und des Biotech-Unternehmens Actelion bei den symbolträchtigen - weil nicht bindenden - Abstimmungen zum Vergütungsbericht mehrheitlich Nein gestimmt. Grossaktionäre waren nicht zufrieden mit den Systemen, mit denen die Saläre berechnet wurden. Der Vorwurf lautete, sie seien nicht transparent genug.

Den Entscheid zu den CS-Vergütungen bestimmten ebenfalls Grossaktionäre wie Staatsfonds, Versicherungen, Pensionskassen und andere institutionelle Anleger aus aller Welt. Die amerikanische Aktionsberaterin ISS etwa, die Julius Bär kritisiert hatte, hatte keine Einwände gegen den CS-Vergütungsbericht. Diese sieht für Konzernchef Brady Dougan eine Gesamtvergütung von 7,8 Mio. Fr. teils in bar und teils leistungsabhängigen Boni vor und teilt der der ganzen 13-köpfigen Geschäftsleitung 74,1 Mio. Fr. zu.

Bunte Voten

Die Schweizer Anlagestiftung Ethos, die mit Pensionskassen im Verbund steht, hatte den Bericht zur Ablehnung empfohlen. In diesem Sinn äusserte sich eine Reihe von Kleinaktionären, die wegen der Managersaläre teils harsche Kritik an der CS-Führung übten. Am Rednerpult besonders in der Kritik stand Konzernchef Brady Dougan.

Dougan wurde wegen seiner Bezüge einmal mehr als "Abzocker" bezeichnet. Bezeichnungen wie "Kasperli-Theater", "Cabaret" und "Zirkus" fielen für den Vergütungsbericht, die Geschäftsleitung oder die Generalversammlung selber. Wegen der geringen Stimmkraft der 1708 in der Halle anwesenden Kleinanleger bezeichntete ein Redner sie auch als "Hobby-Aktionäre".

Ein Votant nannte den bisherigen Präsidenten des Vergütungsausschusses und obersten Herr für die Vergütungsprogramme, Verwaltungsrat Aziz Syriani, den "Bonusmaschinisten" der zweitgrössten Schweizer Bank. Mehrere Votanten sprachen sich für die Initiative der Juso aus, die den Lohnunterschied in Unternehmen auf das Verhältnis 1:12 reduzieren will.

Juso-Chef David Roth sagte am Rednerpult, bei der CS betrage der Unterschied zwischen dem niedrigsten Lohn und dem durchschnittlichen Geschäftsleitungslohn das 120-fache. CS-Präsident Rohner bestritt aber die Behauptung Roths, dass die Managerlöhne in den letzten fünf Jahren gesteigen seien. Das Gegenteil sei der Fall.

CS gibt sich lernbereit

Die CS habe sich mit Experten über die Vergütungspläne ausgetauscht und sich damit beschäftigt, wie man Leistung und Leistungsziele in die Salärmodelle einfliessen lassen könne, sagte Rohner. Die Vergütungen seien noch stärker an langfristige Ziele geknüpft worden. Ziel sei es, Mehrwert für die Aktonäre der Grossbank zu schaffen.

Im Zusammenhang mit der Mitarbeiterentschädigung hatte es im Vorfeld der GV Diskussionen um den Antrag einer bedingten Kapitalerhöhung gegeben, um Aktien für Mitarbeitervergütungen zu schaffen. So hatte ISS Bedenken angemeldet, dass die geplante Ausgabe von 27,3 Mio. Aktien den Dividendenanspruch oder die Stimmkraft des gegenwärtigen Aktionariats schwächen könnte.

Laut Verwaltungsratspräsident Rohner dient die Massnahme aber auch dazu, die Kapitalbasis der Bank zu schonen, denn die CS muss wie andere Banken gemäss der internationalen Regulierung ihre Reserven deutlich erhöhen. Dem Antrag der Bank folgten schliesslich 75,26 Prozent der Stimmen, 24,33 Prozent sagten Nein. Notwendig war eine Zwei-Drittel-Mehrheit.

Rohner kam auch sonst überall problemlos durch. Dem Antrag des Verwaltungsrates etwa, die Dividende für 2012 pro gehaltenem Titel zu 10 Rp. in bar und etwa 65 Rp. in Aktien auszuschütten, stimmten gut 92 Prozent der Aktionäre zu.

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SDA-ATS