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Der Nein-Entscheid zur CVP-Initiative über die Abschaffung der Heiratsstrafe ist ganz knapp ausgefallen: Nur gerade acht Kantone und 50,8 Prozent der Schweizer Stimmberechtigten lehnten sie ab. Es ist erst das vierte Mal, dass eine Initiative am Volksmehr scheitert.

Nach einem spannenden Auszählungsmarathon gaben die Kantone mit grösseren Städten den Ausschlag: Basel-Stadt mit 61 Prozent, Zürich mit 57, Bern und Waadt mit 54 und Genf mit 53 Prozent. Nein sagten auch die Kantone Basel-Landschaft, Graubünden und Appenzell Ausserrhoden, mit rund 51 Prozent.

Am deutlichsten war die Zustimmung im Kanton Jura mit 60 Prozent, gefolgt vom Kanton Wallis mit 57 Prozent. Das Volksbegehren war zunächst auf breite Zustimmung gestossen. In der ersten SRG-Umfrage sprachen sich 67 Prozent der Stimmberechtigten dafür aus. Bis zur zweiten Umfrage sank die Zustimmung dann auf 53 Prozent. Nun haben die Gegner gewonnen.

Die CVP hat enttäuscht auf ihre Niederlage reagiert. Doch das Ständemehr sei ein Erfolg und ein klares Zeichen für eine gemeinsame Besteuerung von Ehepaaren. Die Partei werde sich deshalb weiterhin für das Begehren einsetzen.

Zudem wird die Initiative mit ihrem knappen Abstimmungsresultat in die Geschichte eingehen: Es ist erst die vierte Vorlage, die trotz Ständemehr am Volksmehr scheiterte.

Vorschläge in einigen Monaten

Die Ehepaar-Besteuerung dürfte aber dennoch angepasst werden. Der Bundesrat hat bereits mehre Anläufe für eine Reform unternommen, zuletzt 2012. Weil die Meinungen dazu weit auseinander gingen, verfolgte er die Pläne nicht weiter. Nun will er handeln: Die Vorschläge würden einige Monate nach der Abstimmung auf dem Tisch liegen, kündigte Finanzminister Ueli Maurer im Januar an.

Nach dem Nein zur Volksinitiative wäre auch der Wechsel zur Individualbesteuerung möglich, den die Initianten ausschliessen wollten. Dafür hat sich die Finanzkommission des Nationalrates vor kurzem ausgesprochen, allerdings mit der knappen Mehrheit von einer Stimme. Die Ehepaar-Besteuerung dürfte also weiterhin viel zu reden geben.

Kein Eheverbot für Homosexuelle

Die Gegnerinnen und Gegner hatten im Abstimmungskampf vor den hohen Kosten gewarnt. Dass manche Ehepaare heute steuerlich benachteiligt sind, stellten sie zwar nicht in Abrede. Sie wiesen aber darauf hin, dass mehr Ehepaare bevorteilt seien. Verbreiteter als die "Heiratsstrafe" sei der "Heiratsbonus". Von einem Ja würden zudem vor allem reiche Ehepaare profitieren.

Daneben stiessen sich die Gegnerinnen und Gegner an der Definition der Ehe als auf Dauer angelegte Lebensgemeinschaft von Mann und Frau, die bei einem Ja in der Bundesverfassung verankert worden wäre. Das laufe den Bestrebungen zuwider, die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare zu öffnen, argumentierten sie.

Welches Argument den Ausschlag für das Nein gab, werden die Analysen zeigen. Für die Initiative hatten sich neben der CVP auch die EVP und die SVP stark gemacht. Dagegen stellten sich FDP, SP, Grüne und Grünliberale.

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SDA-ATS