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Das Alpine Museum Bern öffnet seine Gemäldeschatzkammer

Ein Berg schöner als der andere: Das Alpine Museum in Bern öffnet für eine neue Ausstellung seine Gemäldeschatzkammer und befragt die Liebe der Schweizer zu ihren Gipfeln, Hörnern, Hubeln und Graten.

Alpines Museum

(sda-ats)

Die Schweizer und ihre Liebe zu den Bergen: Das Alpine Museum öffnet für eine neue Ausstellung seine Gemäldeschatzkammer und stellt Fragen zum Sechnsuchtsort Berge. Zu sehen sind 120 Bilder grosser Meister und kleiner Hungerkünstler.

Von Ferdinand Hodlers "Aufstieg und Absturz" bis zu unbekannten Werken, angesiedelt irgendwo zischen Kunst und Kitsch, findet sich in der Schau mit dem Titel "Schöne Berge. Eine Ansichtssache" alles.

Die Kunstwerke widerspiegeln die Alpen als Sehnsuchtsräume: blauer Himmel, goldenes Licht, scharfkantige Felsen und in der Abendsonne rotglühende Firnfelder. Parkplätze, Schneekanonen oder Zweiwohnungsbaukräne passen da so gar nicht ins Bild.

Die zeitlose Sehnsucht nach den "schönen Bergen" nimmt das Alpine Museum in Bern zum Ausgangspunkt für die Gemäldeschau, die bis Anfang Januar 2019 zu sehen ist.

Eine Kunstschau ist die Ausstellung nicht, wie Museumsdirektor Beat Hächler am Mittwoch vor den Medien klar machte. Denn das Museum ging bei seiner Sammlertätigkeit Anfang des 20. Jahrhunderts "meist ebenso amateurhaft und enthusiastisch vor, wie viele der Bergmaler selber". Was zählte war das Motiv: Berge.

Hächler umschreibt die Ausstellung deshalb vielmehr als "eine eigenwillige, populäre Beweissammlung, dass Berge den Menschen in diesem Land viel bedeuten".

Überdosis an Schönheit

Die Ausstellung wartet gleich zu Beginn mit einer "Überdosis Schönheit" auf, wie der an der Konzeption der Schau beteiligte Dramaturg und Theaterautor Antoine Jaccoud es formulierte.

Über hundert Berge, manche porträtiert wie markante Persönlichkeiten, ziehen am Betrachter vorbei. Von einer Drehplattform aus kann dieser das künstlerische Gipfelpanorama bewundern.

Kontrastiert wird das quasi in der Schweizer DNA eingebrannte Bild der "schönen Berge" durch Hörstationen, wo dem zeitlosen Sehnsuchtsblick dokumentarische Berichte aus den Alpen gegenübergestellt werden. So etwa von Anna Giacometti, Präsidentin der Gemeinde Bregaglia, zu der auch das Dorf Bondo gehört, das im Sommer 2017 von einem Bergsturz verschüttet wurde.

Die Werke laden den Betrachter ein, die Grundfesten schweizerischer Identität zu befragen, wie Bernhard Tschofen vom Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaften der Universität Zürich ausführte. Tschofen leitet ein wissenschaftliches Begleitprojekt zur Ausstellung.

Zu den bekannten Bergmalern der Ausstellung gehören Albert Nyfeler, Alexandre Calame und natürlich Ferdinand Hodler. Ihm widmet die Ausstellung mit den Dioramenbildern "Aufstieg und Absturz" und einem filmischen, fiktiven Monolog einen eigenen Auftritt.

Finanzielle Realitäten

Während das Museum in seiner neuen Ausstellung unseren Bergsehnsüchten nachspürt, sind dessen Verantwortliche auf dem harten Boden der finanziellen Realitäten unterwegs.

Durch einen Kürzungsentscheid des Bundesamtes für Kultur im vergangenen Jahr droht der Institution der Verlust von rund 75 Prozent der Bundesgelder. Bleibt es bei diesem Entscheid, droht dem Museum das Aus.

Im Dezember seien Gespräche mit dem Bundesamt für Kultur angelaufen, wie eine neue Finanzierung der Institution aussehen könnte, sagte Hächler am Mittwoch. Die Gespräche sind noch nicht abgeschlossen, weshalb sich der Museumsdirektor nicht zu deren Inhalten äussern wollte.

www.alpinesmuseum.ch

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