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In den Katastrophengebieten in Deutschland und mehreren Nachbarländern kämpfen die Menschen weiter gegen das Rekord-Hochwasser. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel versprach 100 Millionen Euro Soforthilfe. Neben Österreich und Tschechien leidet nun auch Ungarn unter den Wassermassen.

In Ungarn wurde am Dienstag der Notstand ausgerufen, mehr als 20'000 Helfer wurden mobilisiert. In Tschechien starben bereits sieben Menschen durch Unwetter und Hochwasser.

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel sagte am Dienstag den Opfern der Überschwemmungen in Deutschland Soforthilfe vom Bund in Höhe von 100 Millionen Euro zu. Möglicherweise könnte Berlin am Ende aber auch noch mehr Geld geben, versprach sie bei einem Besuch in der niederbayerischen Drei-Flüsse-Stadt Passau.

"Wenn Bayern heute kommt und mehr Geld braucht, lassen wir mit uns reden", sagte sie. Anschliessend wollte sich die Kanzlerin auch in Pirna in Sachsen und Greiz in Thüringen über die Rettungsarbeiten informieren.

Die EU-Kommission hatte am Montag angekündigt, dass die vom Hochwasser betroffenen Länder Deutschland, Österreich und Tschechien finanzielle Hilfe bekommen könnten, jedoch ohne eine Summe zu nennen. Die Mittel sollen aus dem Europäischen Solidaritätsfonds kommen, der nach dem Katastrophenhochwasser von 2002 gegründet worden war.

Angst vor Rekord-Hochwasser

Unterdessen spitzte sich die Lage in manchen Orten weiter zu. In Thüringen verschärfte sich die Situation im kleinen Ort Ziegenrück extrem: Aus einer Talsperre müssten etwa 200 Kubikmeter Wasser pro Sekunde abgelassen werden, teilte das Landratsamt mit. Die Talsperre drohe sonst überzulaufen. Damit steige die Gefahr der Überflutung des Ortes.

Auch Sachsen-Anhalt stellte sich auf extremes Elbe-Hochwasser ein. Nach derzeitigen Prognosen wird am Pegel Strombrücke in Magdeburg am Donnerstag die Marke von 6,90 Metern erreicht, wie eine Sprecherin der Stadtverwaltung am Dienstag sagte. Normal sind knapp 2 Meter.

30' 000 Sandsäcke zur Sicherung von Deichen und zum Errichten von Wällen wurden bereits gefüllt und 22'000 verbaut. Treten diese Prognosen ein, wird Magdeburg mit noch grösseren Wassermassen zu kämpfen haben als bei der verheerenden Flut vor elf Jahren.

In Niedersachsen stellten sich die Behörden darauf ein, dass ein Rekord-Hochwasser in den kommenden Tagen die Pegelstände von 2002 an der Elbe übertreffen könnte. In Sachsen kämpften die Helfer ebenso gegen weiter steigende Wassermassen.

Am Dresdener Elbepegel wurden am Dienstagmorgen 7,37 Meter gemessen - normal sind etwa 2 Meter. Seit Montag wurden Bewohner in flussnahen Stadtteilen in Sicherheit gebracht. Weitere Evakuierungen wurden vorbereitet, auch für Spitäler.

Höchster Wasserstand seit 1501

In Passau stand das Wasser am Dienstag nach wie vor hoch in den Strassen, obwohl es langsam zurückging. Mit 11,50 Metern lag der Pegelstand der Donau am Vormittag deutlich unter dem Höchststand vom Montagabend, als 12,89 Meter gemessen wurden. Nur im August 1501 gab es laut Nachforschungen des Wasserwirtschaftsamtes Passau mit etwa 13,00 bis 13,20 Metern einen noch höheren Pegelstand.

Unterdessen stieg das Donauwasser im etwa 100 Kilometer weiter nördlichen Regensburg. In der Nacht zum Dienstag wurde der Katastrophenfall ausgerufen. Wie die Einsatzleitung berichtete, wurde eine Donauwelle mit einer Höhe von etwa 6,80 Metern in der Altstadt erwartet - so hoch stand das Wasser seit mehr als 130 Jahren nicht mehr. Die Flutwelle wird dann weiter flussabwärts Richtung Passau fliessen.

Die Menschen bangen

Auch in vielen Teilen Österreichs blickten die Menschen mit Bangen dem Höhepunkt des Donau-Hochwassers entgegen. In Ober- und Niederösterreich sollten die Pegelstände noch steigen. Unklar war, ob die neu errichteten 11,15 Meter hohen Schutzwände halten würden und ob die Höhe ausweichen würde. "Das wird eine Zentimeterpartie", hiess es vom Hydrographischen Dienst in Niederösterreich.

Das Moldau-Hochwasser hat unterdessen in Prag den Höchststand erreicht. Die Lage wurde als sehr ernst beschrieben.

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SDA-ATS