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Das Leben von Stéphane Lambiel ist auch nach dem Karriere-Ende mehr als ausgefüllt. An den Winterspielen in Südkorea ist er als Coach dabei.

Lambiel erscheint gut gelaunt zum Treffen in der Mixed Zone, das kurz vor dem Training seiner lettischen Läuferin Diana Nikitina stattfindet. Deshalb hat er wenig Zeit. Ohnehin ist der Kalender des nach dem 4. Platz an den Winterspielen 2010 zurückgetretenen Unterwallisers voll. "Ich dachte, dass es nach Vancouver sehr ruhig wird, aber das Gegenteil ist der Fall", sagte Lambiel.

In Gangneung betreut er neben der im Kurzprogramm ausgeschiedenen Nikitina auch deren Landsmann Deniss Vasiljevs, der bei den Männern Rang 19 belegte. Sie ist 17 Jahre alt, er 18. Der Kontakt mit Vasiljevs entstand an den Olympischen Jugend-Winterspielen 2016 in Lillehammer, wo Lambiel einen Vortrag über die Karriere nach dem Eiskunstlauf hielt und sich dieser sehr interessiert zeigte. "Ich kannte ihn schon von YouTube. Er besitzt sehr viel Charisma und Musikalität", so der Weltmeister von 2005 und 2006. Seit Juni 2016 arbeiten die beiden zusammen, eine Saison später fragte auch Nikitina bei ihm an.

Die zwei Osteuropäer sind aber bei weitem nicht die einzigen Läufer, die Lambiel betreut. 2014 gründete er in Champéry die "Skating School of Switzerland". Dort trainieren auch Vasiljevs und Nikitina sowie ein Japaner. Lambiel arbeitet aber auch zweimal pro Woche mit Anfängern. "Wir haben drei verschiedene Gruppen à je sechs Läufer", erzählte der Olympia-Zweite von 2006. Im Sommer ist er auch noch in Japan tätig, wo er unter anderen dem Olympia-Zweiten Shoma Uno half.

"Ich bin nicht streng, aber präzis"

Ist er ein strenger Trainer? "Ich weiss, dass man von den Kleinen nicht sofort Qualität verlangen kann. Im Eiskunstlauf braucht es allerdings schon früh viel Präzision. Ich bin nicht streng, aber präzis." Besonderes mag er am Trainersein die Kombination zwischen dem psychologischen und dem technischen Aspekt sowie sich mit verschiedenen Persönlichkeiten auseinanderzusetzen. "Du kannst schon allen eine gleiche Richtung mit gleichen Übungen geben, aber jeder muss auf seiner eigene Welle trainieren. Das ist spannend", so Lambiel.

Spannend findet er zudem, die ganzen Trainingspläne zu erstellen. Überhaupt ist in seinem Leben die Planung enorm wichtig, denn es ist für ihn eine Herausforderung, alles zu koordinieren, auch weil verschiedene Verbände involviert sind. Ausserdem tritt er blockweise noch selber auf. "Ich machte viele Shows während der Weihnachtszeit", so Lambiel.

Als nächstes steht Art on Ice in Zürich, Lausanne und Davos an, im Juni nimmt er in Japan an einer Tour mit "glaube ich" 15 Shows teil, und auch im August sowie Oktober sind Auftritte vorgesehen. Verlernt hat er noch nichts, er beherrscht auch noch den Vierfach-Toeloop und den Dreifach-Axel. "Wenn du unterrichtest, lernst du selber viel, kannst du viel visualisieren. Das hilft enorm", erklärte Lambiel.

Was sagt er dazu, dass der Amerikaner Nathan Chen sechs Vierfach-Sprünge in seiner Kür hatte, wovon er fünf sauber stand? "Das ist unglaublich. Vierfach-Sprünge sind nötig, aber sie sind nicht alles. Es gibt schon einen Weg für Läufer, die mehr als gute Springer sind." Das unterstreicht der japanische Olympiasieger Yuzuru Hanya, der in seiner Kür drei Vierfach-Sprünge zeigte, also nur einen mehr als Lambiel bei seiner Olympia-Silbermedaille 2006. "Am Ende ist Charisma ganz wichtig in unserem Sport." Begeistert ist er auch von der Schweizerin Alexia Paganini: "Sie hat etwas Spezielles. Das ist gut für die Schweiz."

Man sieht es Lambiel an, dass er zufrieden ist mit seinem Leben. Er empfindet keinen Stress, obwohl er in den letzten zwei Jahren nur zwei Wochen Ferien hatte. "Als Coach hast du nie einen Ruhetag", sagte Lambiel. Zwar steht er am Montag nicht auf dem Eis, dann gilt es aber, die ganze Administration zu erledigen. Aber Lambiel will es nicht anders.

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SDA-ATS