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Eine versiegelte Stromsteckdose an einem Zaun im Hafen von La Neuveville, wo es am Montag zu dem tödlchen Unfall gekommen war, bei dem zwei Frauen starben. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

KEYSTONE/PETER KLAUNZER

(sda-ats)

Ein Defekt an einem Stromkabel ist die wahrscheinliche Ursache für das Unglück vom Montag im Hafen von La Neuveville BE, bei dem zwei Frauen starben. Der Defekt führte dazu, dass der Strom bis ins Wasser des Bielersees gelangen konnte.

Sowohl im Geländer des Hafens wie auch in dessen unmittelbarer Umgebung und bis zum See gab es eine elektrische Verbindung, wie die Berner Kantonspolizei und die Regionale Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland am Dienstag mitteilten.

Im Rahmen der Ermittlungen gaben mehrere Personen an, einen Stromstoss verspürt zu haben, als sie den Opfern helfen wollten. Auch gemäss ersten Obduktions-Ergebnissen des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Bern dürfte ein Stromschlag - direkt oder indirekt - zum Tod der beiden Frauen geführt haben.

Die zwei Frauen und ein Hund kamen ums Leben, nachdem sie am Hafen ins Wasser gefallen waren. Eine der beiden Frauen konnten Passanten noch lebend aus dem Wasser ziehen. Sie verstarb wenig später im Spital. Dabei handelt es sich um eine 53-jährige Niederländerin, die im Kanton Bern wohnhaft war.

Polizei sucht weitere Zeugen

Das andere Opfer, eine 24-jährige Frau aus dem Kanton Bern, war bereits am Montag identifiziert worden. Sie konnte von den Einsatzkräften nur noch tot aus dem Wasser geborgen worden. Zur Klärung der Ereignisse und des genauen Unfallhergangs sucht die Kantonspolizei weitere Zeugen.

Gesucht werden insbesondere Personen, die den Unfall beobachtet haben, den Opfern zu Hilfe kamen oder allfällige Angaben zu Vorfällen in Zusammenhang mit der elektrischen Installation im Hafen von La Neuveville machen können, wie es in der Mitteilung heisst.

Stromanschlüsse erst 2015 installiert

Die elektrischen Installationen im Freizeithafen sind erst zwei Jahre alt. Sie wurden von der Gemeinde La Neuveville 2015 auf Ersuchen der Schiffseigentümer eingerichtet, um die Unterhaltsarbeiten an den Booten zu erleichtern, wie Gemeindepräsident Roland Matti auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda erklärte.

Unter die Lupe genommen wird der Unfall von La Neuveville auch vom Eidgenössischen Starkstrominspektorat (ETSI), dessen Experten am Montag vor Ort waren. Zur konkreten Situation am Hafen von La Neuveville machte das ETSI mit Hinweis auf das laufende Verfahren keine näheren Angaben.

Das Inspektorat führt eine Statistik der ihm gemeldeten Unfälle. Demnach handelt es sich beim Unfall von La Neuveville innerhalb der letzten zehn Jahre um den zweiten, dem ETSI bekannten Fall. Im Juni 2013 verstarb im Hafenbecken von Neuenburg ein Schwimmer, nachdem er einen Stromschlag erlitten hatte.

Grund war eine defekte Stromleitung. 2015 wurde deshalb ein Mitarbeiter des Neuenburger Stromversorgers Viteos zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt. Dem Angestellten wurde vorgeworfen, dass er die Stromtechnik an der Hafenmole nicht kontrolliert habe, obwohl ihm ein Problem mit einem Kabel signalisiert worden war.

Gemäss der Verordnung über elektrische Niederspannungsinstallation (NIV) müssen elektrische Installationen an Bootsanalgestellen alle fünf Jahre periodisch kontrolliert werden.

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SDA-ATS