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Im Konflikt um die nach Unabhängigkeit strebende spanische Region Katalonien haben am Samstag Zehntausende Menschen bei Grosskundgebungen zum Dialog aufgerufen.

Keystone/EPA EFE/ALBERTO ESTEVEZ

(sda-ats)

Knapp eine Woche nach dem Abspaltungsreferendum bleibt die Lage in Katalonien unübersichtlich. Ob und wann die Regionalregierung die Unabhängigkeit ausrufen will, ist weiter unklar. Die Krise hält das Land in Atem - aber immer mehr Spanier wünschen sich einen Dialog.

Im Konflikt um die nach Unabhängigkeit strebende spanische Region Katalonien haben am Samstag Zehntausende Menschen bei Grosskundgebungen zum Dialog aufgerufen.

Unter dem Motto "Hablamos?" (Reden wir?) versammelten sich die Demonstranten vor den Rathäusern zahlreicher Städte, darunter in Madrid und Barcelona. Die meisten Demonstranten waren in Weiss gekleidet und trugen weisse Schriftbänder und Luftballons.

Immer wieder brandeten Sprechchöre auf: "Wir wollen, dass geredet wird", hiess es. Mit Blick auf Ministerpräsident Mariano Rajoy und den Chef der katalanischen Regionalregierung, Carles Puigdemont, riefen die Menschen: "Redet oder tretet zurück!" und "Weniger Hass und mehr Gespräche!"

Demonstration für Einheit

In Madrid fand wenige Hundert Meter vom Rathaus entfernt eine zweite, noch grössere Demonstration statt. Die Menschen protestierten hier gegen die Trennungspläne der wirtschaftsstarken Region und für die Einhaltung der Verfassung. Die Regierung bezifferte die Teilnehmerzahl auf 50'000.

Die zentrale Plaza Colón hatte sich in ein Meer aus spanischen Nationalflaggen verwandelt. "Viva España" und "Mit Putschisten führt man keinen Dialog", skandierten die Leute. "Katalonien darf sich nicht abspalten, wir sind für die Einheit Spaniens", sagte eine Demonstrantin der Nachrichtenagentur dpa.

Die Fronten zwischen beiden Seiten sind seit dem umstrittenen und von der Justiz verbotenen Unabhängigkeitsreferendum am 1. Oktober verhärtet. Dabei hatten sich rund 90 Prozent der Teilnehmer für die Abspaltung der Region ausgesprochen. Allerdings waren nur 43 Prozent der Wahlberechtigten zu den Urnen gegangen. Rajoy lehnt seit der Volksbefragung jeden Dialog mit Barcelona ab.

Keine Vermittler erwünscht

Spaniens Aussenminister Alfonso Dastis sagte dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" (Samstag), die Regierung weise die Forderung aus Barcelona zurück, den Konflikt mit Hilfe internationaler Vermittler zu lösen. "Die spanische Regierung muss den Rechtsstaat gegen eine Regionalregierung verteidigen, die einen Staatsstreich durchziehen will", sagte er.

Deshalb halte er die Forderung nach internationaler Vermittlung für "nicht hilfreich". Madrid habe "genügend legale Möglichkeiten", um auf die Herausforderung einer Unabhängigkeitserklärung Puigdemonts zu antworten.

Eine für Montag geplante Parlamentssitzung, bei der die Erklärung der Unabhängigkeit erwartet worden war, wurde vom spanischen Verfassungsgericht am Donnerstag verboten. Die Sprecherin der linken Parlamentspartei CUP, Nuria Gibert, sagte der dpa am Freitagabend, die Sitzung werde nicht stattfinden.

Puigdemont will nun Medienberichten zufolge am Dienstag vor dem Parlament in Barcelona Stellung zur "aktuellen politischen Lage" beziehen. Ob er dabei die Unabhängigkeit ausrufen oder lediglich das weitere Vorgehen seiner Regierung vorstellen will, blieb offen.

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SDA-ATS