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Knapp zwei Wochen nach seinem heftigen Sturz in der Abfahrt von Garmisch fährt Erik Guay in St. Moritz zu Gold im Super-G. Er ist mit 35 Jahren der älteste Weltmeister der Ski-Geschichte.

"Unglaublich" war das Wort, welches Erik Guay immer wieder über die Lippen kam. Sechs Jahre nach seinem WM-Titel in der Abfahrt, den er sich 2011 in Garmisch gesichert hatte, schlug der Oldie in St. Moritz überraschend noch ein zweites Mal zu.

Der zweifache Familienvater aus der Provinz Québec ist fast ein Jahr älter als es der Österreicher Hannes Reichelt bei seiner Gold-Fahrt im WM-Super-G von 2015 gewesen war. Und mit Manuel Osborne Paradis schaffte es gar ein zweiter kanadischer Routinier aufs Podium. Der Super-Gleiter fuhr mit Nummer 26 auf den Bronzeplatz, just an seinem 33. Geburtstag.

"Die beiden haben alles gegeben, was drin war", freute sich Kanadas Alpin-Direktor, der Berner Martin Rufener, "Nordamerikaner sind halt in besonderem Mass fähig, im richtigen Moment auf Tutti zu gehen." Selbstverständlich war dies gewiss nicht. "Keine zwei Wochen nach seinem Sturz brauchte Erik hier in St. Moritz Mut. Denn das Licht war nicht besonders gut", wand Rufener seinem Gold-Fahrer ein Kränzchen.

Nur einmal hatte es Guay in diesem Winter in einem Weltcup-Super-G in die Top 10 geschafft, als Dritter im Super-G von Val Gardena. Aber im entscheidenden Moment war er da. Guay holte sich als erst zweiter Kanadier eine WM-Medaille im Super-G, nachdem Dustin Cook 2015 in Vail hinter Reichelt Zweiter geworden war.

Vor allem aber erstaunt, dass Guay überhaupt noch als Aktiver unterwegs ist. Er, der schon 2003 bei den letzten Titelkämpfen in St. Moritz am Start gestanden hat, stand schon oft vor dem Ende der Karriere. Vor allem das linke Knie machte ihm in den letzten knapp fünf Jahren - seit einem Trainingssturz 2012 in Chile - grosse Probleme. An den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi trat er zwar an, doch die Schmerzen waren gross. Trotzdem reichte es noch zum 10. Platz in der Abfahrt. Im folgenden Sommer entschloss er sich zu einer weiteren Operation, weil die Beschwerden nicht nachliessen. Die WM 2015 musste er schliesslich ganz abschreiben.

Doch aufgeben, das wollte er dann doch noch nicht. Es hat sich bezahlt gemacht: "Nach all meinen Verletzungen nochmals Weltmeister zu werden - das ist wirklich unglaublich."

SDA-ATS

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