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Der Italiener Filippo Grandi wird neuer UNO-Flüchtlingskommissar

Die UNO bekommt einen neuen Flüchtlingskommissar. Wie Generalsekretär Ban Ki Moon am Mittwoch erklärte, soll der italienische Diplomat Filippo Grandi den Posten ab Januar übernehmen. Er folgt damit auf den Portugiesen António Guterres.

Dieser hatte sich seit 2005 als UNO-Hochkommissar für Flüchtlinge für das Schicksal der Vertriebenen in der Welt eingesetzt. Guterres gibt den Posten zum Jahresende auf. Die Nominierung von Grandi muss noch von der UNO-Vollversammlung abgesegnet werden, das gilt aber als Formsache.

Der 58-jährige Italiener Grandi blickt auf eine jahrelange Arbeit bei den Vereinten Nationen zurück: Er war von 2010 bis 2014 Chef des UNO-Hilfswerks für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA), nachdem er mehrere Jahre lang stellvertretender Leiter der Behörde war. Er arbeitete ausserdem für die UNO-Hilfsmission in Afghanistan und für das Flüchtlingshilfswerk UNHCR im Sudan, im Irak, in Syrien und in der Türkei.

Grandi übernimmt das Amt von Guterres in einer schwierigen Zeit. Derzeit sind nach UNO-Schätzungen weltweit 60 Millionen Menschen vor Krieg, Gewalt und Vertreibung auf der Flucht. Der UNO zufolge übersteigt die Zahl noch die der Schutzsuchenden während des Zweiten Weltkriegs.

Merkels Kurs

Auch Dänemarks Ex-Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt hatte auf den Posten gehofft. Doch UNO-Diplomaten zufolge entschied sich Ban gegen sie, weil sie bis zu ihrer Wahlniederlage im Juni als dänische Regierungschefin für einige der restriktivsten Zuwanderungsgesetze in Europa mitverantwortlich gewesen sei. Ban habe eine Zuwanderungspolitik wie in Dänemark und anderen europäischen Staaten nicht unterstützen wollen, sagte ein Diplomat. Er unterstütze vielmehr die Flüchtlingspolitik der deutschen Kanzlerin Angela Merkel.

Der UNHCR ist einer der wichtigsten Posten der Vereinten Nationen und älter als die 1945 gegründete Organisation selbst. Erster Flüchtlingskommissar, damals noch mit Mandat des Völkerbundes, war von 1922 an der Polarforscher Fridtjof Nansen, der für seine Bemühungen um Flüchtlinge 1922 den Friedensnobelpreis bekam.

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