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Gämsen in Graubünden haben in den letzten 20 Jahren ihre Ruheorte in grössere Höhen verlagert.

Thomas Wehrli/Amt für Jagd und Fischerei GR

(sda-ats)

Gämse, Steinbock und Rothirsch verbringen den Spätsommer und Herbst in den Alpen in immer höheren Lagen. Wie Pflanzen und Reptilien reagieren sie damit auf den Klimawandel, zeigt eine Studie unter Leitung der Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL).

Durch den Klimawandel verschiebt sich der Lebensraum zahlreicher alpiner Tier- und Pflanzenarten in grössere Höhe. Das gilt auch für die drei häufigsten Huftierarten der Alpen, Gämse, Steinbock und Rothirsch, berichtet ein internationales Forscherteam unter Leitung der WSL.

Nachweisen konnten die Forschenden dies dank eines Datensatzes des Amtes für Jagd und Fischerei Graubünden, wie die WSL am Donnerstag mitteilte. Darin sind über 230'000 Orte in Graubünden erfasst, an denen zwischen 1991 und 2013 Rehe, Rothirsche, Gämse und Steinböcke erlegt wurden.

Rund 100 Meter höher

Die Auswertung dieser Daten ergab, dass sich die Aufenthaltsorte dieser Tiere um rund 100 Meter in die Höhe verschoben haben: Beim Steinbock am stärksten, im Durchschnitt um 135 Meter, bei Gämsen um 95 und bei Rothirschen um 80 Meter, wie die Forschenden kürzlich im Fachblatt "Ecosphere" berichteten. Diese Arten suchen sich ihre Nahrung auf Weiden und alpinen Rasen.

Beim Reh hingegen stellten die Forschenden eine geringere Verschiebung in die Höhe fest. Dieses ist enger an seine Territorien und den Wald gebunden.

Nicht nur Pflanzen und Reptilien

Bisher sei man davon ausgegangen, dass vor allem Pflanzen und kaltblütige Tiere wie Reptilien und Insekten auf die durch den Klimawandel steigenden Umgebungstemperaturen reagieren, sagte Studienautor Kurt Bollmann gemäss der Mitteilung. Der Datensatz zeige aber, dass dies auch für grosse, warmblütige Tierarten zutrifft.

In dem untersuchten Gebiet hat sich die mittlere September- und Oktobertemperatur in den letzten 20 Jahren um 1,3 Grad Celsius erhöht und dürfte gemäss Klimamodellen weiter steigen. Bisher reagierten die Huftiere flexibel, wie die Studie zeige, schrieb die WSL. Ob sich aus dem fortschreitenden Temperaturanstieg künftig Konsequenzen für die Bestände der Tiere ergeben, lasse sich noch nicht schlüssig beurteilen.

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SDA-ATS