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Das Ende der insolventen Drogeriemarktkette Schlecker ist besiegelt. Die rund 13'200 betroffenen Mitarbeiter von Schlecker Deutschland werden wohl bis Ende Juni ihre Kündigungen erhalten. Einen Verkauf an einen Investor wird es nicht geben, teilte Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz am Freitag mit.

Die Interessenten hätten innerhalb der Galgenfrist seit vergangenen Freitag keine akzeptablen Angebote gemacht. Auch sähen die Gläubiger keine Perspektive dafür, die Schlecker-Märkte wirtschaftlich vertretbar zu betreiben. Daher habe der Gläubigerausschuss die Zerschlagung des Konzerns beschlossen.

"Ich bedaure diese Entscheidung im Hinblick auf die vielen, zum Teil langjährigen Schlecker-Mitarbeiter sehr, die jetzt ihren Arbeitsplatz verlieren", sagte Geiwitz. Er kündigte an, die Verhandlungen mit dem Betriebsrat über einen Sozialplan kurzfristig aufzunehmen.

Verkauf der Auslandstöchter

Gleichzeitig sollen die Gespräche zu einem Verkauf der Auslandstöchter fortgeführt und zu einem schnellen Abschluss gebracht werden. Auch den Verkauf der Vermögenswerte, etwa der Logistikstandorte und Immobilien des Unternehmens, will Geiwitz zügig abschliessen.

Für die Tochtergesellschaften IhrPlatz GmbH mit 490 Filialen und rund 3990 Mitarbeitern sowie Schlecker XL, 342 Filialen und rund 1110 Beschäftigte, gebe es allerdings eine eigenständige Zukunft.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel versprach den Schlecker-Angestellten, die entlassen werden, Hilfe bei der Suche nach einer neuen Stelle. Die Regierung werde "alles daran setzen, dass die Beschäftigen die Chance bekommen, schnell wieder eine Arbeit zu bekommen", sagte Merkel am Freitag in Berlin.

Investoren abgeschreckt

Geiwitz erklärte, er habe es geschafft, den Verlust von Schlecker von über 200 Mio. Euro auf 25 Mio. Euro zu reduzieren. "Das ist einerseits zwar ein grosser Erfolg, andererseits aber immer noch ein Verlust - und den darf ein Insolvenzverwalter auf Dauer nicht machen".

Zudem standen hohe Personalkosten im Weg. Laut Geiwitz hätten die Mitarbeiter zeitweise auf 15 Prozent ihres Lohnes verzichten müssen. Die Gewerkschaft ver.di bot allerdings lediglich einen Verzicht von 10,5 Prozent an. Kündigungsschutzklagen von mehr als 44000 entlassenen Mitarbeitern bedeuteten zudem ein finanzielles Risiko von mehr als 100 Mio. Euro.

Geiwitz hat bereits rund 10'000 Schlecker-Beschäftigte vor die Tür gesetzt. "Mit einer Transfergesellschaft hätten wir mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Lösung gefunden", sagte er.

SDA-ATS