Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

VW steht erneut im Zentrum eines Abgas-Skandals.

KEYSTONE/AP/MARKUS SCHREIBER

(sda-ats)

Nachdem Tierversuche beim Test von Dieselabgasen bekannt geworden sind, fordert die deutsche Regierung Aufklärung. Kritik äusserten auch das deutsche Verkehrsministeriumund Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil.

"Diese Tests an Affen oder sogar Menschen sind ethisch in keiner Weise zu rechtfertigen und werfen viele kritische Fragen an diejenigen, die hinter diesen Tests standen, auf", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin.

Die Fragen müssten dringend beantwortet werden. Den Kontrollgremien der beteiligten Auftraggeber komme eine besondere Verantwortung zu. Die grundsätzliche Zielsetzung der Tests sei kritisch zu hinterfragen. Seibert wies zugleich darauf hin, dass die Autoindustrie enorme Bedeutung für die Volkswirtschaft Deutschlands habe.

VW war federführend

Volkswagen hatte sich zuvor für die Versuche in den USA entschuldigt, bei denen Affen gezielt Schadstoffen ausgesetzt worden waren. Diese Tests waren Teil einer Studie, die beweisen sollte, dass die Diesel-Schadstoffbelastung dank moderner Abgasreinigung erheblich abgenommen hat.

Die EUGT ("Europäische Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor") - eine von VW, Daimler und BMW finanzierte Lobby-Initiative - hatte die Studie in Auftrag gegeben. Federführend war laut Studienleiter dabei VW.

Ein Sprecher des deutschen Verkehrsministeriums sagte, Ressortchef Christian Schmidt habe kein Verständnis für Tests zum Schaden von Tieren und Menschen, die nicht der Wissenschaft dienten, "sondern ausschliesslich PR-Zwecken". Die Untersuchungskommission im Verkehrsministerium werde zu einer Sondersitzung zusammenkommen, um zu prüfen, ob es weitere Fälle gebe.

"Absurd und widerlich"

Auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil forderte umfassende Aufklärung. Geklärt werden müsse auch, ob es weitere Testreihen dieser Art und zu diesem Zweck an und mit Menschen gegeben habe, sagte der SPD-Politiker, der auch im VW-Verwaltungsrat sitzt, am Montag in Hannover.

Bereits am Wochenende habe er die Versuche als "absurd und widerlich" bezeichnet - dies gelte erst recht, wenn es zu Versuchen an Menschen gekommen sein sollte. Die Vertreter des Landes Niedersachsens im Aufsichtsrat wollten "noch heute" eine dringliche Aufforderung zur Aufklärung an den Volkswagen-Vorstand richten.

Auch Volkswagen-Verwaltungsratspräsident Hans Dieter Pötsch bezeichnete die Diesel-Schadstofftests mit Affen als "in keinster Weise nachvollziehbar". "Im Namen des gesamten Aufsichtsrates distanziere ich mich mit allem Nachdruck von derlei Praktiken", sagte Pötsch am Montag in Wolfsburg.

Die Vorgänge müssten "vorbehaltlos und vollständig aufgeklärt werden". Er kündigte an, dass sich der Verwaltungsrat - in Deutschland Aufsichtsrat genannt - bald mit dem Thema beschäftigen werde. "Ich werde alles dafür tun, dass der Vorgang umfassend untersucht wird. Wer auch immer dafür Verantwortung zu tragen hat, ist selbstverständlich zur Rechenschaft zu ziehen."

Neuer Inhalt

Horizontal Line


subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.










SDA-ATS