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Der deutsche Energieriese RWE will angesichts stark schrumpfender Gewinne bis 2016 weitere 6750 Stellen abbauen. Das kündigte Personalchef Uwe Tigges anlässlich der Quartalsbilanz am Donnerstag an. Der Personalstand wird sich konzernweit von fast 74'000 im Jahr 2011 auf knapp 61'000 zum Jahresende 2013 verringert haben.

Betroffen seien Jobs in der vom Gewinnschwund besonders gebeutelten Stromerzeugung, in der Verwaltung und bei der Ökostromtochter Innogy. Auch durch den Verkauf von Beteiligungen werde RWE dann die Zahl der Beschäftigten verringert haben.

Der Konzern erwartet 2014 einen deutlichen Ergebnisrückgang: Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) wird gemäss den Prognosen auf 7,6 bis 8,1 Mrd. Euro schrumpfen nach 9 Mrd. Euro in diesem Jahr.

Die Ertragslage in der konventionellen Stromerzeugung habe sich in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres bereits deutlich verschlechtert, schrieb Konzernchef Peter Terium an die Aktionäre. "Wir haben hier fast zwei Drittel vom betrieblichen Ergebnis des Vorjahres eingebüsst."

Verkauf von Beteiligungen

Von Januar bis Ende September konnte RWE nur dank eines Sondereffekts seinen Betriebsgewinn mit 6,71 Mrd. Euro etwa auf dem Vorjahresniveau halten. Im Gewinn ist aber eine Rückzahlung des russischen Gaslieferanten Gazprom von rund 1 Mrd. Euro verbucht. Unter dem Strich brach das Ergebnis um 67,6 Prozent auf 609 Mio. Euro ein.

Nun peilt Terium nach dem bis Ende 2014 laufenden Sparprogramm weitere Kürzungen an. Dabei gehe es um eine Bruttosumme von 1 Mrd. Euro. Die Stellenstreichungen bis Ende 2016 greifen teilweise auf bereits vorher angekündigte Massnahmen zurück. Sie beinhalten auch den Verkauf von Beteiligungen, so etwa der Öl- und Gasfördertochter RWE Dea mit rund 1400 Beschäftigten.

Betriebsbedingte Kündigungen sollten über eine konzerninterne Jobbörse, Altersteilzeit und die natürliche Fluktuation vermieden werden, sagte Tigges. Den bis Ende 2014 laufenden tariflichen Kündigungsschutz könne er aber angesichts der Lage auf dem Energiemarkt nicht verlängern.

Das Unternehmen hatte bereits Ende September eine Halbierung der Dividende und Einschnitte beim Personal in der Kraftwerkssparte angekündigt. RWE leidet wie die gesamte Branche unter dem stark gesunkenen Börsenstrompreis und geringer Auslastung der Gas- und Steinkohlekraftwerke. Von 2011 bis Ende 2013 hat RWE bereits 6200 Stellen abgebaut oder durch Verkauf abgegeben.

SDA-ATS