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Ohne die am Kreuzband verletzte Giulia Steingruber gehören die Schweizer Kunstturnerinnen an den Europameisterschaften in Glasgow nur zu den Aussenseiterinnen im Kampf um die Finalplätze.

Eine Medaille, ein Diplom und die Final-Qualifikation mit dem Team lautete die Zielsetzung des Schweizerischen Turnverbands für die am Donnerstag beginnenden Titelkämpfe der Frauen in Glasgow. Formuliert wurde diese, bevor sich die fünffache Europameisterin Giulia Steingruber beim Länderkampf vor knapp einem Monat in Saint-Etienne schwer am Knie verletzte. Zumindest am 8. Platz mit dem Team will Nationaltrainer Fabien Martin aber auch ohne seine Teamleaderin festhalten. "Giulia kann man nicht kompensieren. Aber es ist eine neue Generation, wir brauchen grosse Ziele."

Mit den erst 15-jährigen Leonie Meier und Anina Wildi feiern in Glasgow gleich zwei Turnerinnen ihr Debüt an internationalen Titelkämpfen. Für beide geht es darum, die Abläufe kennenzulernen und Erfahrungen zu sammeln. "Ihr Potenzial ist gross", sagt Martin, "wie sie aber auf einer solchen Bühne reagieren, wissen wir noch nicht." Sowohl Meier als auch Wildi spielen in den Planungen für die Olympischen Spiele in Tokio in zwei Jahren, vor allem aber im nächsten Olympia-Zyklus im Hinblick auf Paris 2024 eine wichtige Rolle.

Käslins Traum

Die älteste und stärkste Athletin der STV-Riege ist Ilaria Käslin - zumal auch Lynn Genhart nach einem Bruch des Brustwirbels für die Europameisterschaften ausfällt. Käslin weiss aus eigener Erfahrung, wie gross die Umstellung von den Juniorinnen zur Elite ist: "Es ist eine andere Welt." Die Schweizerinnen werden am Donnerstagabend im Rampenlicht stehen, starten sie doch in der letzten Subdivision mit den besten Teams Europas jeweils am selben Gerät wie Gastgeber Grossbritannien. "Das kann verunsichern", so Käslin. "Aber wir dürfen uns davon nicht ablenken lassen."

Sie selbst fühlt sich bereit für ihre sechsten europäischen Titelkämpfe, nachdem sie nach den Weltmeisterschaften im letzten Herbst in Montreal eine schwierige Phase durchgemacht hat. Käslin wuchs noch einmal ein paar Zentimeter, der Körper veränderte sich, sofort geriet die körperliche Balance aus dem Gleichgewicht. Die Leichtigkeit war weg. "Ich fühlte mich schwer." Nun hat Käslin ihr Körpergefühl wiedergefunden, die Motivation und der Spass im Training sind zurück.

Dass sie an einem perfekten Tag am Schwebebalken zur erweiterten europäischen Spitze gehört, hat Käslin 2016 unter Beweis gestellt, als sie an den Europameisterschaften in Bern als Vierte eine Medaille nur knapp verpasste. "Eine Final-Teilnahme am Balken oder am Boden wäre ein riesiger Traum." Soweit will sie allerdings nicht denken. "Ich nehme Element für Element und Gerät für Gerät."

Eine Situation wie 2011

In Abwesenheit von Steingruber kommt der 20-Jährigen wie vor gut einem Jahr in Cluj-Napoca die Rolle der Teamleaderin zu. "Wir können nichts ändern an der Situation und müssen das Beste daraus machen", so Käslin. Nationaltrainer Martin vergleicht die Situation mit 2011, als die damalige Teamleaderin Ariella Kaeslin ohne Vorankündigung zurücktrat. Auch damals sei es eine schwierige Situation gewesen, "auch damals fehlte plötzlich die Leaderin". Steingruber sprang in die Bresche und knüpfte an die Erfolge Kaeslins an.

Martin fordert auch jetzt, dass andere in die Bresche springen: "Andere müssen Gas geben und Verantwortung übernehmen." Denn ob und wie stark Steingruber nach ihrer schweren Knieverletzung noch einmal zurückkehren wird, steht in den Sternen. Am letzten Mittwoch startete die Schweizer Ausnahmeturnerin nach ihrer Operation die Reha in Magglingen. Bis auf Weiteres plant Martin ohne sie. "Und wenn sie zurückkommen sollte, dann wäre das ein Riesen-Plus für uns."

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SDA-ATS