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Die Krimiautorin P. D. James ist gestorben

Sie galt als einer der profiliertesten Köpfe der britischen Kriminalliteratur: P.D. James legte noch als 90-Jährige spannende Romane mit dem Prädikat "very british" vor. Mit 94 Jahren ist die grosse alte Dame des englischen Krimis am Donnerstag gestorben.

Eigentlich wollte sie nur üben. Denn Kriminalgeschichten waren für Phyllis Dorothy James nur die Vorstufe zu "richtigen" Romanen. Die Figur ihres Ermittlers Adam Dalgliesh schuf die Autorin aus Oxford jedoch so treffend, dass sie gar nicht über den Krimi hinausgehen musste. Er verschaffte ihr internationalen Ruhm.

Neue Geschichten über den dichtenden Scotland-Yard-Ermittler wird es nicht mehr geben. P.D. James starb im Alter von 94 Jahren, wie das Büro ihres Agenten bekanntgab. Sie sei friedlich in ihrem Haus in Oxford eingeschlafen. "Es macht mich traurig, vom Tod einer der grössten britischen Krimiautorinnen zu erfahren", sagte Premierminister David Cameron.

Höchste Auszeichnungen

Im Jahr 2011, im Alter von bereits über 90 Jahren, hatte die agile alte Dame mit "Der Tod kommt nach Pemberley" noch einmal einen erfolgreichen Roman vorgelegt - sie schrieb damit eine Fortsetzung von Jane Austens Bestseller "Stolz und Vorurteil" - natürlich mit Mord und Totschlag als Inhalt.

Ihr erstes Buch hatte sie fast 50 Jahre zuvor geschrieben. "Cover Her Face" (dt. Titel: "Ein Spiel zuviel") hiess das Erstlingswerk, das sie in dreijähriger Arbeit als nebenberufliche Schriftstellerin vor und nach der beruflichen Tätigkeit als Beamtin im Innenministerium verfasste.

Für ihr Lebenswerk erhielt P.D. James die höchsten Auszeichnungen für Krimiautoren in Grossbritannien und den USA - den "Diamond Dagger" und den "Grand Master Award".

Frauen gucken genauer hin

"Wenn jemand mit 94 Jahren stirbt, dann ist das eigentlich kein grosser Schock", sagte der britische Kriminalroman-Autor Mark Billingham in einer Reaktion auf den Tod seiner Kollegin. "Bei ihr war es dennoch überraschend, weil sie zu den Autorinnen gehörte, die immer weiter und weiter machten", sagte Billingham in der BBC. Ihre Handschrift als Autorin und die von ihr geschaffenen Charaktere seien typisch britisch gewesen.

Von der Kritik hatte die Mutter zweier Töchter zeitlebens viel Lob für ihre fein gezeichneten Figuren und für ihre originalgetreue Wiedergabe von Schauplätzen und Ereignissen erhalten. "Frauen haben einen besseren Blick fürs Detail", sagte sie einmal über den Erfolg von Autorinnen gerade im Krimi-Fach.

Ein grosser Teil ihres Werks fand Eingang in Verfilmungen, vor allem für das britische Fernsehen. Ihr 1992 erschienener Science-Fiction-Thriller "The Children of Men" wurde 14 Jahre später für das Kino verfilmt.

Sitz im Haus of Lords

Die Britishness ihrer literarischen Inhalte drückte sich auch in ihrem Leben abseits der Schreibmaschine aus. P.D. James war ein Mitglied der britischen Konservativen. Sie mischte sich immer wieder in die Politik ein und wurde 1991 mit einem Sitz im House of Lords, dem britischen Oberhaus, geadelt.

In Grossbritannien vielen bekannt ist ihr Radio-Interview, das sie mit dem damaligen BBC-Intendanten Mark Thompson über dessen aus ihrer Sicht überzogenes Jahresgehalt führte. Zuletzt hatte sie sich öffentlich gegen die Unabhängigkeit Schottlands von Grossbritannien stark gemacht.

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