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Das Versenden von Briefen dürfte per 2019 teurer werden: Dies kündigte Post-Verwaltungsratspräsident Urs Schwaller an. (Archivbild)

KEYSTONE/MARTIN RUETSCHI

(sda-ats)

Das Porto zum Versenden von Briefen dürfte per 2019 teurer werden. Dies stellte Post-Verwaltungsratspräsident Urs Schwaller in einem Interview in Aussicht. Zudem verteidigte er den eingeschlagenen Weg mit den Agenturen als unumgänglich.

Beim Briefporto werde es mittel- bis langfristig zu Preiserhöhungen kommen, sagte Schwaller in Interviews mit den Tageszeitungen "Tages-Anzeiger/Bund" und "La Liberté".

Weil die Abmachungen mit dem Preisüberwacher ausliefen, müsse diese Diskussion bald geführt werden. "Mein Ziel wäre es, dass wir per 2019 die Porti anheben können", sagte Schwaller.

Schwaller verteidigt Agenturen

Der Post-Verwaltungsratspräsident verteidigte die Schliessung weiterer Poststellen sowie die Umwandlung in Agenturen. "Den Umwandlungsprozess können wir nicht anhalten", sagte er. Die Politik müsse aufpassen, dass nicht zusätzliche Auflagen die Entwicklungsmöglichkeiten zu stark einschränkten, sagte er zur Kritik, dass Agenturen kein vollwertiger Ersatz seien.

Bis 2020 will die Post bekanntlich die Zahl der traditionellen Poststellen auf 800 bis 900 senken. Nach 2020 werde die Situation sicher erneut überprüft werden müssen. Denn der Markt entwickle sich sehr rasch.

Grundsätzlich finde er die Agenturlösung sinnvoll, sagte Schwaller. In einer Agentur könne man alles machen wie auf einer traditionellen Poststelle, ausser der Bareinzahlung. "Der eingeschlagene Weg mit den Agenturen ist aber unumgänglich", sagte Schwaller.

Eine gewisse Abdeckung mit Poststellen gehöre zum Grundauftrag. "In meinen Augen ist es auch nicht realistisch, in dem Bereich eine schwarze Null zu erreichen. Aber das Minus ist im Moment zu gross und muss sinken", sagte Schwaller.

Heute sei das Minus näher an 200 als an 100 Millionen. "Ich habe eine Zielgrösse im Kopf, möchte diese im Moment aber noch nicht kommunizieren", sagte er.

Weitere Anpassungen notwendig

Es dürfte auch zu weiteren Einsparungen kommen. "Wir haben zuerst gesagt, was wir bei den Poststellen tun", sagte Schwaller. "Wenn wir das Netz verändern, müssen wir auch im Hintergrund die Prozesse anpassen." Diese Absicht sei den Mitarbeitenden vor zwei Monaten kommuniziert worden. Derzeit laufe die Überprüfung. Das Ergebnis stehe erst später fest.

Ein Sparprogramm in den Sektoren Kommunikation, Finanzen und Personal, wo rund 1500 Mitarbeitende tätig seien, werde aktuell diskutiert. Das Ziel sei, die Kosten um rund 30 Prozent zu senken. Aber der genaue Betrag könne noch nicht beziffert werden. Auf alle Fälle bedeute dies nicht, dass der Personalbestand um 30 Prozent gesenkt werde, sagte Schwaller.

Wenn die Post im Geschäft bleibe, blieben auch die Gewinne und die Arbeitsplätze in der Schweiz. Die ganze Umwandlung der Post diene dazu, Arbeitsplätze in der Schweiz zu halten.

Zu neuen Konkurrenten wie Amazon sagte Schwaller. "Amazon kann die Logistikkosten auf die Produkte abwälzen. Wir können das nicht." Die Antwort darauf müsse noch mehr Effizienz beim Sortieren und Zustellen und das mit hoher Qualität sein. "Das bedeutet wohl auch, dass die Samstags- und Sonntagszustellung oder die Zustellung am Bestelltag vermehrt ein Thema werden. Da ist eine gewisse Offenheit gefragt", sagte Schwaller weiter.

SDA-ATS

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