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Lea Sprunger strotzt vor Selbstvertrauen. Das Ziel an den Europameisterschaften in Berlin ist nicht weniger als der Gewinn der Goldmedaille über 400 m Hürden.

16. August 2016. Sprunger ist nach dem Vorlauf an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro ein Häufchen Elend, hat sie doch den Einzug in den Halbfinal verpasst. Fünfeinhalb Monate später bot sich das gleiche Bild, nachdem sie an den Hallen-Europameisterschaften in Belgrad als Topfavoritin über 400 m nur Fünfte geworden war. Die Zweifel der 28-jährigen Waadtländerin waren gross.

Genau diese bitteren Momente haben sie aber weiter gebracht. "Das war schwierig für mich, aber auch wichtig", blickte Sprunger zurück. "Ich habe dadurch andere Sachen gemacht, die ich ohne die Enttäuschungen vielleicht nicht gemacht hätte." So arbeitet sie nun viel mit einem Mental-Coach daran, sich auf ihre Qualitäten zu fokussieren.

Zuvor hatte sie Angst vor den Konkurrentinnen, hatte sie das Gefühl, dass diese viel besser sind als sie. Das ist nun anders. Sie sagte gar: "Wenn ich das zeigen kann, was ich in den Beinen habe, dann müssen die anderen mich schlagen und nicht umgekehrt". Ausserdem sei sie nicht das erste Mal eine der Favoritinnen, das helfe auch. Diese Aussagen unterstreichen die positive Entwicklung, die sich durchgemacht hat.

Noch mehr in den Beinen

EM-Gold war von Anfang Saison an ihr Ziel. Nun weiss sie, dass der Titelgewinn möglich ist, schliesslich geht sie im Olympiastadion von Berlin mit 54,79 Sekunden als europäische Jahresbeste an den Start. Ausserdem ist sie überzeugt, noch deutlich schneller laufen zu können, sie will lieber früher als später den 27-jährigen Schweizer Rekord von Anita Protti (54,25) tilgen. Warum sie bislang nicht an ihre Bestzeit von 54,29 Sekunden herangekommen ist, weiss sie nicht genau. "Es waren verschiedene Läufe", so die EM-Dritte von 2016. "Manchmal war der Beginn sehr gut und der Schluss weniger oder umgekehrt." Allerdings zähle an Meisterschaften nur die Platzierung.

Sprunger erachtet die 400 m Hürden als eine offene Disziplin, in der viel passieren kann. Sie ist sich auch bewusst, dass Gegnerinnen wie die Tschechin Zuzanna Hejnova, die Weltmeisterin von 2013 und 2015, die Britin Eilidh Doyle, die Europameisterin von 2014, oder die dänische Titelverteidigerin und Olympia-Zweite Sara Slott Petersen wohl ebenfalls noch Potenzial haben. Den Halbfinal, die Top 12 Europas sind gesetzt, bestreitet sie am Mittwochabend, der Final findet am Freitagabend statt. Dass sie die erste Runde nicht laufen muss, "ist für mich ein riesiger Vorteil, aber ich finde es nicht fair".

Letzten Schliff in Davos geholt

Den letzten Schliff für Berlin in Form eines Aufbaus holte sich Sprunger in einem zehntägigen Trainingslager in Davos. Im Bündnerland machte sie mehr Kraft und Ausdauer - längere Läufe mit weniger Pausen -, also Sachen, die während der Wettkampfphase nicht auf dem Programm stehen. "Das war interessant und gut für meinen Kopf, dass ich abschalten konnte und nicht immer im Wettkampfmodus bin", erklärte Sprunger. Nun ist sie überzeugt, in Topform zu sein.

Die letztjährige WM-Fünfte ist in diesem Jahr auch über 400 m flach die Nummer 1 Europas. In dieser Disziplin besitzt sie aber nicht so viel Erfahrung wie über 400 m Hürden. "Über die Hürden kannst du weniger falsch machen, da der Rhythmus gegeben ist", so Sprunger. "Zudem ist es meine Herzdisziplin. Ich glaube dort, an Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen mehr Chancen zu haben." Warum kein Doppelstart? "Das wäre zu viel gewesen. Es ist schon schwierig genug, einen Titel zu holen. Da ist es besser, nicht sofort zwei Versuche zu unternehmen. In zwei Jahren vielleicht."

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SDA-ATS