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Die Schweiz wartet schon lange auf einen Exploit am Eurovision Song Contest. Letztes Jahr scheiterte Rykka. (Archivbild)

Keystone/EPA TT NEWS AGENCY/MAJA SUSLIN

(sda-ats)

Sechs Frauen mit guten bis starken Stimmen, sechs solide bis sehr gute Songs: Die Zuschauer haben am Sonntag bei der Schweizer Entscheidungsshow zum Eurovision Song Contest (ESC) die Qual der Wahl. Soviel vorab: Ein Welthit ist wieder keiner drunter.

Denn arrivierte Musiker scheuen den ESC wie der Teufel das Weihwasser. Und getraut sich dann doch einer, geht's schief - wie 2007 bei DJ BoBo und 2010 bei Michael von der Heide. Dieses Jahr allerdings ist eine der talentiertesten Schweizer Singer/Songwriterinnen mit von der Partie - nur merkt man's nicht.

Iris Bösiger, besser bekannt als Ira May hat für die Aargauerin Freschta (20) den Beitrag "Gold" geschrieben - einen für ESC-Verhältnisse ungewöhnlich raffinierten Song. Freschta schaffte es 2014 knapp nicht ins Final von "The Voice of Switzerland" - Fans vermuteten, weil sie afghanische Wurzeln hat.

Song und Stimme klaffen auseinander

Immerhin ins Finale von "Die grössten Schweizer Talente" kam dagegen letztes Jahr die St. Gallerin Nadya (23), der man anhört, dass sie klassischen Gesang studiert hat. Leider hat ihr Song bei weitem nicht das Niveau ihrer Stimme, was sich schon am ausgelutschten Titel "The Fire in the Sky" zeigt.

Mit der erst 16-jährigen Baselbieterin Michèle ist heuer aber ein echter Castingshow-Star im Schweizer Vorentscheid mit dabei: Sie gewann 2013 in Deutschland die erste Staffel von "The Voice Kids".

Ihren Beitrag "Two Faces" hat die routinierte deutsche Komponistin Laura Kloos kreiert, die unter anderem auch für Beatrice Egli arbeitet. Bedauerlicherweise hat Kloos etwas allzu grosszügig in die "AhAhOhOh"-Kiste gegriffen, Michèles Stimme wäre ebenfalls ein besseres Stück zu gönnen gewesen.

Die Kinder des Tennisstars

Hinter der Komposition "Apollo" der Gruppe "Timebelle" um die Rumänin Miruna Manescu stecken bekannte Namen: Nicolas und Alessandra Günthardt, die Kinder des einstigen Tennis-Stars Heinz Günthardt.

Timebelle war schon 2014 an der Entscheidungsshow, gewann sogar das Publikumsvoting, scheiterte aber an der Jury. Ihren diesjährigen Schweiz-Beitrag haben sie letztes Jahr bereits erfolglos in Aserbaidschan eingereicht. Aber weil er nicht veröffentlicht wurde, ist das durchaus regelkonform.

Schluss mit Pipi-Faxen

Schweizer Fernsehen SRF hat heuer einige Regeln geändert. Unter anderem bedingt es sich ein Mitspracherecht bei Outfit und Choreografie aus. Möglicherweise hängt das mit der Ich-muss-Pipi-Choreografie der letztjährigen Schweizer Vertreterin Rykka zusammen, die weithin für Belustigung sorgte. Das sollte nun nicht mehr passieren.

Um wirklich die Besten der Besten auszusieben hat SRF ausserdem die Quotenregelung aufgegeben. Die Landesteile sind trotzdem einigermassen paritätisch verteilt: mit vier Beiträgen aus der Deutschschweiz und je einem aus der Romandie und dem Tessin.

Möglicherweise hat SRF etwas nachgeholfen: Die Westschweizerin Shana Pearson, die letztes Jahr im Expertencheck hängengeblieben war, wurde vom Sender aktiv angegangen. SRF habe ihr ausserdem 20 Songs zur Verfügung gestellt, aus denen sie auswählen durfte, erzählte die Waadtländerin dem Portal "douzepoints.ch".

Geldwäscherei-Verdacht

Die Tessiner Vertreterin Ginta Biku hat von allen Damen die schillerndste Vorgeschichte: Sie wurde 2014 mit einem Koffer voller Diamanten - Gesamtwert 600'000 Franken - am Tessiner Zoll geschnappt und wegen Verdunkelungsgefahr drei Monate inhaftiert, wie damals zahlreiche Medien berichteten. Sie bestritt, in die Geldwäscherei-Affäre um den Luganeser Anwalt Davide Enderlin, den sie privat kannte, involviert zu sein.

Verfasserin: Irene Widmer, sda

SDA-ATS

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