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Lieber Schmerzmittel als eine teure Zahnbehandlung: In der Schweiz gehen jährlich Tausende aus Kostengründen nicht zum Zahnarzt. (Archivbild)

KEYSTONE/GAETAN BALLY

(sda-ats)

180'000 Personen, die jährlich aus Kostengründen auf notwendige Zahnbehandlungen verzichten und vorerst wohl stabile Preise im öffentlichen Verkehr: Die Schlagzeilen der Sonntagspresse in unbestätigten Meldungen.

"SonntagsZeitung"/ "Le Matin Dimanche":

In der Schweiz verzichten jährlich 180'000 Personen aus Kostengründen auf eigentlich notwendige Zahnarztbesuche. Dies berichten die "SonntagsZeitung" und "Le Matin Dimanche" unter Berufung auf das Bundesamt für Statistik. Betroffen sind vor allem Minderbemittelte, die noch keine Sozialhilfe bekommen und denen medizinische Notfälle nicht staatlich finanziert werden. Viele würden sich über Wochen mit Schmerzmitteln behelfen und so ihre Situation verschlimmern, sagte Ramona Schäfer, Sozialberaterin bei Caritas Zürich. Mittellosen Familien empfiehlt sie Zahnärzte, die auf Ratenzahlungen einsteigen und einen niedrigen Sozialtarif verrechnen würden. Denn nicht behandelte Zahnprobleme könnten neben Zusatzkosten weitere gesundheitliche Schäden und den sozialen Abstieg zur Folge haben, sagte die Beraterin. Mit gepflegten Zähnen seien zudem die Jobchancen deutlich besser.

"NZZ am Sonntag":

Der Staat diskriminiert bei den Löhnen Frauen stärker als die privaten Konzerne. Dies geht laut der "NZZ am Sonntag" aus den jüngsten Daten hervor, auf deren Basis der Bundesrat neue Massnahmen gegen die Lohndiskriminierung beschlossen hat. Demnach beträgt der Lohnunterschied im öffentlichen Sektor im Schnitt 1457 Franken pro Monat. Davon lassen sich 42 Prozent oder umgerechnet 608 Franken mit objektiven Faktoren nicht erklären, was auf Diskriminierung hinweist. In der Privatwirtschaft ist dieser Anteil geringer: Von der Lohndifferenz von 1495 Franken bleiben dort 39 Prozent oder 585 Franken pro Monat unerklärbar. Die Gewerkschaft des öffentlichen Personals kritisiert den Anstieg des unerklärbaren Anteils als ernüchternd. Die Arbeitgeber im öffentlichen Sektor müssten endlich vorwärts machen. Die Arbeitgeber hingegen sehen in den Zahlen indes einen weiteren Beleg dafür, dass diese Statistik keine brauchbaren Resultate liefert. Der Arbeitgeberdirektor Roland Müller hält es für höchst fragwürdig, dass der Bundesrat gestützt auf solche Daten staatlich verordnete Lohnkontrollen einführen wolle.

"Ostschweiz am Sonntag" / "Zentralschweiz am Sonntag":

Fahrten im öffentlichen Verkehr in Bus und Bahn sollen auf absehbare Zeit nicht teurer werden. Die Preise seien in den letzten Jahren stark gestiegen, was die Branche mitgetragen habe. Jetzt müsse die stetige Tariferhöhung aber ein Ende haben, sagt der Direktor des Verbands öffentlicher Verkehr, Ueli Stückelberger, in einem Interview der "Zentralschweiz am Sonntag" und der "Ostschweiz am Sonntag". Der Preisüberwacher sei erstmals seit langem nicht aktiv geworden. Dies sei ein untrügliches Zeichen dafür, dass keine Erhöhung bei den Billet- und Abopreisen vorgesehen sei. Zu den Preisen meinte Stückelberger, dass die Tarife im Berufs- und Schülerverkehr sehr gut seien, die Preise für diese Abonnemente seien angemessen. Im Freizeitverkehr aber müssten die Transportunternehmen attraktiver werden. Denn dieser Bereich werde immer wichtiger, und die Einzeltickets seien relativ teuer.

"NZZ am Sonntag":

SP-Präsident Christian Levrat hat der FDP in der Frage um die Nachfolge von Bundesrat Didier Burkhalter ein Kandidaten-Ticket mit zwei Frauen nahegelegt. Die FDP habe ein Gleichstellungsproblem erster Güte, sagte Levrat in einem Interview mit der "NZZ am Sonntag". Die Freisinnigen hätten seit 1989 nie mehr eine Bundesrätin gehabt. Bisher habe es 116 Bundesräte gegeben, 7 davon waren Frauen, davon 3 von der SP. Diese habe die SP nur in den Bundesrat gebracht, weil sie zwei Frauen auf das Ticket gesetzt habe. Zum bisher als Kronfavoriten gehandelten FDP-Nationalrat Ignazio Cassis sagte Levrat, dass für die SP noch nichts entschieden sei. Weder Cassis noch sonst jemand sei Favorit. Die SP entscheide im August, ob der Anspruch der FDP überhaupt gegeben sei und ob es jemand aus der Romandie, dem Tessin oder der Deutschschweiz sein solle. Laut Levrat gehe die FDP amateurhaft vor. Zuerst seien die Freisinnigen vom Rücktritt ihres Bundesrats überrumpelt worden, dann hätten sie vorschnell erklärt, der Sitz gehöre der lateinischen Schweiz, und die FDP-Frauen hätten leichtfertig auf ihre Ansprüche verzichtet, sagte der SP-Präsident.

"NZZ am Sonntag":

Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) hat im Juni die Ausfuhr von Spezial-Ventilen nach Pakistan gestoppt. Es vermutet, dass diese nicht wie deklariert für ein Belüftungssystem bestimmt gewesen waren sondern für das pakistanische Atomwaffen-Programm, wie die "NZZ am Sonntag" berichtet. Dem SECO lägen Informationen vor, dass die Ventile an eine nuklearrelevante staatliche Einrichtung weitergeleitet würden, sagte Jürgen Böhler, Leiter der Abteilung Dual-Use-Licencing, der Zeitung. Die staatliche Einrichtung sei ins pakistanische Nuklearwaffenprogramm involviert. Es war nicht der erste Versuch eines Staates, in der Schweiz Teile oder Maschinen für den Bau von Atombomben zu kaufen. Laut dem letzten Geschäftsbericht des Bundesrats ist die Schweiz weiterhin von solchen Bestrebungen betroffen. Ein Insider erklärte der "NZZ am Sonntag", hinter den Versuchen, an Maschinen und Teile für den Bau von Atomwaffen zu kommen, stünden in der Regel nicht anerkannte Atommächte, in erster Linie Pakistan, manchmal aber auch Indien oder Nordkorea.

"SonntagsBlick":

An die Anti-G20-Demonstrationen in Hamburg sind auch mehrere Hundert Schweizer Linksaktivisten gereist. Davon haben sich einige Dutzend im Schwarzen Block eingereiht, wie der "SonntagsBlick" vor Ort beobachtete. Mehrere militante Schweizer wurden bei den gewalttätigen Protesten festgenommen. Mindestens eine Person befindet sich seit Freitag in Untersuchungshaft. Es handelt sich um einen Mittzwanziger aus der Deutschschweiz. Er dürfte noch mindestens zwei Wochen in Untersuchungshaft bleiben. Viele der Linksaktivisten dürften am (heutigen) Sonntag wieder mit einem Sonderzug nach Basel zurückkehren.

"SonntagsZeitung"

Im Libanon ist die Frau eines im Thurgau lebenden Imams und Terrorverdächtigen verhaftet worden. Der 28-Jährigen werden laut "SonntagsZeitung" vorgeworfen, ein Selbstmordattentat geplant zu haben. Gescheitert ist der Plan, weil die Syrerin auffiel, als sie mit dem Mobiltelefon Fotos von möglichen Anschlagszielen machte. Ihr 49-jähriger im Thurgau lebender Ehemann aus dem Irak soll die Frau ermutigt haben, sich in die Luft zu sprengen. Gegen ihn führt die Schweizer Bundesanwaltschaft unabhängig ein Verfahren. Ihm wird zur Last gelegt, ein Unterstützer der Terrormiliz Islamischer Staat zu sein und im Umfeld der Winterthurer An'Nur-Moschee Jugendliche für den Krieg rekrutiert zu haben. Er soll dort gelegentlich als Imam tätig gewesen sein. Der Anwalt des Mannes wollte gegenüber der Zeitung keine Stellung nehmen.

"SonntagsBlick":

Weil bei weitem nicht alle ehemalige Verdingkinder und Opfer von Zwangsmassnahmen bei den Behörden ihre Ansprüche auf Entschädigung angemeldet haben, sollen sie aktiv dazu bewegt werden. Guido Fluri, Vater der Wiedergutmachtungsinitiative, will auf Betroffene zugehen und ihnen helfen, ihre Gesuche zu formulieren. Dafür habe er in seiner Stiftung neue Kapazitäten geschaffen, erklärte der Unternehmer dem "SonntagsBlick". Selbst wenn dies bedeutete, dass er im nächsten halben Jahr 200 Altersheime besuchen müsse. Manche der bisherigen Gesuche sind zudem offenbar Fälschungen. Diese wurden von Menschen verfasst, die gar nie Opfer staatlicher Massnahmen waren. Er habe Kenntnis von "vereinzelten Vorwürfen, wonach Personen ohne Anspruch versuchen, einen Solidaritätsbeitrag zu erhalten", sagt der zuständige Delegierte des Schweizer Justizdepartements, Luzius Mader. Die Zahl solcher Fälle dürfte allerdings gering sein.

"Zentralschweiz am Sonntag":

Das Zuger Kantonsgericht hat eine Zivilklage gegen die Tennislegende Boris Becker mit Forderungen von über 40 Millionen Franken abgewiesen. Dies berichtet die "Zentralschweiz am Sonntag". Ein ehemaliger Geschäftspartner fordert von Becker im Zusammenhang mit einer Stiftung mit Sitz in Baar ZG für die Ausrichtung von Sportcamps die Einhaltung von Rückzahlungsversprechen. Laut dem Zeitungsbericht, der sich auf Aussagen des Anwalts von Beckers Kollegen stützt, anerkannte das Zuger Gericht die Forderung zwar. Die Richter erklärten aber, dass das entsprechende Darlehen nicht rechtsgültig gekündigt worden sei. Das Gericht will seinen Entscheid am Montag publizieren.

SDA-ATS