Im Achtelfinal der Champions League kommt es zu drei deutsch-englischen Duellen. Das erste steht am Mittwoch im Wembley-Stadion zwischen Tottenham und Dortmund an.

Borussia Dortmund hat schwierige Tage hinter sich. Der Leader der Bundesliga schied am letzten Dienstag gegen Bremen nach Penaltyschiessen im Cup aus, nachdem er in der Verlängerung zweimal geführt hatte. Und einige Tage später verspielte er gegen Hoffenheim in der Schlussviertelstunde einen 3:0-Vorsprung. Das ist keine ideale Vorbereitung auf eine K.o.-Runde in der Champions League, in der Schwächephasen ganz besonders konsequent ausgenutzt werden.

Vorab in den Schlussminuten beim 3:3 gegen Hoffenheim präsentierte sich Dortmund ungeordnet. Trainer Lucien Favre war damals wegen einer Grippe nicht im Stadion, die Reise nach London konnte er am Dienstag mitmachen. Mit etwas Verspätung startete der Flug von Dortmund aus, weil Jadon Sancho und Abdou Diallo ihre Ausweise nicht dabei hatten. Erst nachdem der 18-jährige Engländer und sein vier Jahre älterer Teamkollege diese daheim geholt hatten, konnte der Flieger abheben.

Die Dortmunder sind mit einem geschwächten Kader unterwegs. Mit Marco Reus und Paco Alcacer fehlen zwei der gefährlichsten Offensivspieler. Zudem müssen auch Lukasz Piszczek und Julian Weigl passen. "Es ist schwer, aufgrund unseres personellen Aderlasses eine Topleistung abzurufen", sagte Sportchef Michael Zorc. "Mein Gott, es ist so, wie es ist. Man muss einfach damit leben." Etwas Trost kann den Dortmundern der Blick auf die Verletztenliste des Gegners spenden. Tottenham muss auf seine zwei wertvollsten Spieler verzichten, auf Harry Kane und Dele Alli.

Gerade Harry Kane hatte den Dortmundern vor knapp anderthalb Jahren im Wembley zugesetzt und zwei Treffer zum 3:1-Sieg der Londoner im Gruppenspiel der Champions League erzielt. Goalie Roman Bürki war danach harsch kritisiert worden. In dieser Saison zeigt er sich von seiner besten Seite, auch wenn er beim ersten Gegentreffer gegen Hoffenheim unglücklich aussah. Insgesamt findet Bürki, dass sein Team im Vergleich zum letzten Duell besser ist.

Real Madrid klarer Favorit

Klarer ist die Ausgangslage im zweiten Achtelfinal vom Mittwoch. Ajax Amsterdam empfängt Titelverteidiger Real Madrid als Aussenseiter. Die Spanier haben sich nach einem schwierigen Start in die Saison gefangen, seit Santiago Solari den glücklosen Julen Lopetegui als Trainer ersetzt hat. Durch das 3:1 im Derby gegen Atlético verbesserten sich die "Königlichen" auf Platz 2 und verkürzten den Rückstand gegenüber Barcelona auf sechs Punkte.

Ajax hingegen schlitterte in den vergangenen Wochen in eine kleine Krise. In den letzten vier Meisterschaftsspielen holte der Zweite der niederländischen Liga nur vier Punkte und zeigte vom 2:6 bei Feyenoord bis zum 6:0 gegen Venlo eine seltsame Palette an Leistungen. Am letzten Wochenende verlor Ajax bei Heracles Almelo nicht nur das Spiel und zum Teil die Nerven, sondern auch Mittelfeldspieler Frenkie de Jong. Der 21-Jährige zog sich eine Adduktorenverletzung zu und bekommt vielleicht erst im Rückspiel am 5. März die Möglichkeit, sich in die Herzen der Fans seines zukünftigen Arbeitgebers zu spielen. De Jong wechselt zum Saisonende für 86 Millionen Euro zu Real Madrids Erzrivalen Barcelona.

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