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In London sind drei Frauen aus jahrzehntelanger Sklaverei befreit worden. Ein Mann und eine Frau, beide 67-jährig, wurden festgenommen.

Die drei Frauen kamen nach Angaben der Polizei schon vor vier Wochen frei. Sie seien "höchst traumatisiert", teilte die Metropolitan Police am Donnerstag mit. Sie ermittelt nun wegen Sklaverei. "Einen Fall von diesem Grössenordnung haben wir noch nicht erlebt", sagte Polizei-Ermittler Kevin Hyland vor den Medien.

Bei den Opfern handle es sich um eine 69-Jährige aus Malaysia, eine 57 Jahre alte Irin und eine 30-jährige Britin - die nach Vermutungen der Polizei "ihr Leben lang" in Gefangenschaft war. "Wir wissen nicht, wo sie geboren wurde, aber sie scheint ihr ganzes Leben in Knechtschaft gewesen zu sein", sagte Hyland.

Hinweise auf sexuellen Missbrauch gäbe es bei den Frauen aber nicht. Nach Angaben der Hilfsorganisation Freedom Charity, die massgeblich an der Lösung des Falls beteiligt war, hätten alle Opfer "physische und psychische" Schäden davongetragen.

Die Ermittler der Abteilung zur Aufklärung von Menschenhandel waren von der Hilfsorganisation auf die Spuren des Falls gebracht worden. Das jüngste Opfer hatte sich im Oktober telefonisch mit der Organisation in Verbindung gesetzt.

Opfer seit vier Wochen frei

"Wir begannen intensive Gespräche mit ihnen. Sie gaben uns Zeitpunkte an, zu denen wir mit ihnen sprechen konnten", sagte Aneeta Prem von Freedom Charity. Es wurde verabredet, dass die Frauen das Haus verlassen sollten. Die Polizei sei informiert und zu einem möglichen Einsatz bereit gewesen. "Es hat alles wunderbar geklappt", sagte Prem. Die Befreiung der Frauen erfolgte am 25. Oktober, wie Scotland Yard mitteilte.

Auslöser für den Anruf bei der Hilfsorganisation war nach Angaben der Polizei ein im Sommer ausgestrahlter Dokumentarfilm über Zwangsehen, in der Freedom Charity zu Wort kam. Die Polizei will auch künftig eng mit der Charity zusammenarbeiten.

Die britische Regierung hat in jüngster Zeit ihre Massnahmen zur Bekämpfung von Menschenhandel und Zwangsehen verstärkt. Im vergangenen Jahr sei in mehr als 1400 Fällen Hilfe geleistet worden.

Erinnerungen an Fall in Cleveland

Das menschliche Drama weckt Erinnerungen an einen Fall aus den USA. Dort wurden im Mai drei Frauen aus den Fängen des Entführers Ariel Castro befreit, der sie rund ein Jahrzehnt lang in seinem Haus in Cleveland eingesperrt, misshandelt und vergewaltigt hatte. Eines der Opfer konnte schliesslich fliehen und die Polizei alarmieren.

Anfang August wurde der 53-jährige Peiniger der drei Frauen zu lebenslanger Haft plus tausend Jahre verurteilt. Einen Monat später wurde er erhängt in seiner Gefängniszelle aufgefunden.

SDA-ATS