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Chur - Die Diebstahlserie in Kirchen des Bündner Oberlandes nimmt bizarre Züge an: Nach gestohlenen Kirchenglocken und Orgelpfeifen wurde jetzt eine ganze Reihe Opferstöcke geplündert. Zudem haben Unbekannte die renovierte Turmuhr der Hauptkirche von Disentis beschädigt.
"Die Täterschaft hat auf einer Seite des Kirchturmes an den Zeigern gezogen und dabei den Blattgoldbezug beschädigt", sagte Daniel Zinsli, Mediensprecher der Kantonspolizei zu einem Bericht von Radio Rumantsch. Der Schaden beträgt rund 3000 Franken. Gleichzeitig wurde durch die Aktion die Uhrzeit verstellt - wegen der verbundenen Uhrwerke gleich auf zwei Seiten des Turmes.
Das Vorgehen in Disentis zeugt von einiger Dreistigkeit, steht die Kirche San Gion doch mitten im Ort. Allerdings war es für die Täterschaft einfach, auf den hohen Turm zu gelangen. Er ist wegen Renovationsarbeiten von einem Gerüst umgeben. Erst letzte Woche wurden die Zeiger des Uhrwerks frisch mit einer Schicht Blattgold bemalt und neu montiert.
Vier Kirchenglocken und 29 Orgelpfeifen gestohlen
Wesentlich grösser war der Schaden bei den Diebstählen von vier historischen Glocken aus drei Kapellen im Raum Disentis im April. Allein die Reproduktion der grössten gestohlenen, 50 Kilogramm schweren Glocke würde heute rund 15'000 Franken kosten.
Die Diebstähle sind ein Rätsel, ebenso die Motive der Diebe. Weder Glockenfachleute noch die Polizei haben Kenntnis davon, dass in der Schweiz je Kirchenglocken entwendet wurden. Auch gäbe es für Kirchenglocken keinen Markt. Glockenkenner spekulieren, ob die Diebe ihre Beute vielleicht an arme Kirchgemeinden in Osteuropa lieferten.
Ebenso misteriös war kurz darauf der Diebstahl von 29 Orgelpfeifen aus der reformierten Kirche von Castrisch. Gestohlen wurden vorwiegend Pfeifen mit hohen Tönen aus verschiedenen Registern im Wert von knapp 2000 Franken.
Opferstockdiebstähle in den letzten Wochen
Doch damit nicht genug. In den letzten Wochen nahmen sich Diebe auch noch die Opferstöcke des Bündner Oberlandes und anderer Talschaften vor. Das erweitert zwar die Reihe der Kirchenschädigungen der letzten Zeit um eine weitere Deliktart, kommt aber laut Polizeisprecher Zinsli immer wieder mal vor.

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SDA-ATS