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Die beiden momentan wohl berühmtesten Operndiven als Rivalinnen auf der Bühne, da kann kaum etwas schiefgehen: Anna Netrebko und Elina Garanca rissen bei der Premiere der Donizetti-Oper "Anna Bolena" ihr Publikum in Wien zu Begeisterungsstürmen hin.

20 Minuten Standing Ovations gab es in der ausverkauften Staatsoper für die überragende Leistung der Sopranistinnen, die schon vor der Premiere als das Opernereignis 2011 galt.

Karten wurden auf dem Schwarzmarkt deutlich über der offiziellen Höchstmarke von 280 Euro gehandelt, Kameras übertrugen die Premiere live auf den Vorplatz der Oper und in 94 Kinos in zahlreichen Ländern.

Und das Ereignis wurde den Erwartungen mehr als gerecht: Vor der Strahlkraft und Bühnenpräsenz der Lettin Garanca und der Russin Netrebko wurden die Inszenierung und die männlichen Sänger vollends zur Nebensache.

Köpfen statt Scheiden

In prächtiger graublauer Seidenrobe (Kostüme: Luisa Spinatelli) überzeugt Netrebko in ihrem Rollendebüt als zweite Ehefrau des grausamen englischen Königs Henry VIII, der schon längst eine Nachfolgerin - Elena Garanca als Giovanna - auserkoren hat.

Historisches Vorbild für "Anna Bolena" war Anne Boleyn, die zweite der insgesamt sechs Frauen des englischen Königs Heinrich VIII. Sie wurde nach drei Jahren Ehe 1536 geköpft.

Ein Höhepunkt des Abends ist der Moment mit Garanca, die der todgeweihten Anna Bolena voller Gewissensbisse gesteht, dass sie ihre Nachfolgerin werden soll und um Vergebung bittet.

Statt einem Diven-Duell ergänzen sich dort die stimmlichen und optischen Unterschiede der blonden Garanca und dunklen Netrebko perfekt zum Duett der starken Frauen - trotz gesellschaftlicher männlicher Übermacht.

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SDA-ATS