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In den Gefängnissen in Venezuela gerät die Lage wegen katastrophaler Haftbedingungen zunehmend ausser Kontrolle. (Symbolbild)

KEYSTONE/AP/FERNANDO LLANO

(sda-ats)

Bei der Erstürmung eines Gefängnisses durch Sicherheitskräfte sind in Venezuela mindestens 37 Häftlinge getötet worden. Das teilte der Gouverneur des Bundesstaates Amazonas, Liborio Guarulla, der Nachrichtenagentur dpa mit.

Zur Eskalation kam es am Mittwoch (Ortszeit) in Puerto Ayacucho, als das Gefängnis von Polizei- und Militäreinheiten gestürmt wurde, um den Inhaftierten Waffen abzunehmen, die dort hineingeschmuggelt worden waren. Guarulla kritisierte den Einsatz scharf und sprach von einem "Massaker".

Die Generalstaatsanwaltschaft Venezuelas teilte mit, es habe auch 14 Verletzte unter den Sicherheitskräften gegeben. Laut Zeugenberichten kam es bei der Erstürmung des Gefängnisses zu wilden Schiessereien zwischen Sicherheitskräften und Gefangenen. Die meisten überlebenden Insassen wurden in Militäreinrichtungen gebracht.

Jeder dritte Insasse tot

Puerto Ayacucho liegt am Orinoco im tropischen Regenwaldgebiet an der Grenze zu Kolumbien, 700 Kilometer südlich der Hauptstadt Caracas. Bei der Einrichtung handle es sich um eine Einrichtung für Personen in Untersuchungshaft, die auf ihren Prozess warten, sagte Guarulla.

Nach Angaben des Gouverneurs sassen dort zuletzt 105 Häftlinge ein. Im örtlichen Krankenhaus seien 37 Leichen gezählt worden, mehr als jeder Dritte von ihnen sei nun also tot.

Haus von Maduros Gegenspielerin durchsucht

Die Sicherheitslage in Venezuela ist weiterhin prekär. Der Geheimdienst durchsuchte derweil das Haus der abgesetzten Generalstaatsanwältin Luisa Ortega. Sie schrieb auf dem Kurzbotschaftendienst Twitter, die Agenten des Geheimdienstes SEBIN wollten damit ihren "Kampf gegen den Totalitarismus" rächen. AFP-Journalisten beobachteten in der Hauptstadt Caracas mehrere SEBIN-Fahrzeuge vor dem Haus Ortegas.

Sie gilt als eine der wichtigsten Gegenspielerinnen des umstrittenen Staatschefs Nicolás Maduro, dem sie "diktatorische Ambitionen" vorwirft. Die verfassunggebende Versammlung als neuer Machthebel des Maduro-Lagers hatte vor knapp zwei Wochen die Absetzung Ortegas verkündet. Seitdem lebt sie im Untergrund.

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SDA-ATS