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Dutzende Tote bei syrischem Luftangriff auf IS-Metropole Rakka

Syriens Luftwaffe hat am Dienstag bei Angriffen auf Rakka, die selbst proklamierte Hauptstadt der Terrormiliz IS, fast 70 Menschen getötet. Unter den 67 Todesopfern seien mindestens 36 Zivilisten.

Das erklärte die oppositionelle Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Grossbritannien.

Es handelte sich um die verheerendsten Luftangriffe auf Rakka, seit die sunnitischen Fanatiker vom so genannten Islamischen Staat (IS) die nordostsyrische Stadt im vergangenen Jahr erobert und zum Zentrum ihres "Kalifats" gemacht hatten.

20 Leichen seien noch nicht identifiziert, sagte der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman. Nach einem ersten Angriff auf das Industriegebiet von Rakka seien Menschen herbeigeeilt, um den Opfern zu helfen. In diesem Moment sei der zweite Angriff erfolgt. Es habe dutzende Verletzte gegeben.

Die in Grossbritannien ansässige Beobachtungsstelle bezieht ihre Informationen aus einem weit verzweigten Netz von Informanten in Syrien. Ihre Angaben können von unabhängiger Seite nur schwer überprüft werden.

Homosexuelle gesteinigt

Wie die Beobachtungsstelle am Dienstag weiter mitteilte, töteten IS-Extremisten in Syrien zwei junge Männer wegen angeblicher Homosexualität durch Steinigung.

Ein 20-Jähriger sei unter dem Vorwurf der Homosexualität in der Ortschaft Majadin in der Provinz Deir al-Sur gesteinigt worden, erklärte das Netzwerk. Auf seinem Handy seien angeblich Bilder gefunden worden, die ihn bei "unschicklichen Akten mit Männern" zeigten. In Deir al-Sur wurde demnach ein 18-Jähriger unter dem gleichen Vorwurf gesteinigt.

Aktivisten schrieben im Internet jedoch, der Vorwurf der Homosexualität sei nur ein Vorwand gewesen. In Wahrheit habe es sich um Gegner der IS-Dschihadisten gehandelt. Diese haben bereits wiederholt Frauen wegen Ehebruchs gesteinigt. Im August wurde nach UNO-Angaben in Majadin auch eine Zahnärztin geköpft, weil sie weiterhin Frauen wie auch Männer behandelt hatte.

Die IS-Fanatiker berufen sich bei ihren Taten auf die Scharia. Allerdings verurteilen selbst konservative islamische Rechtsgelehrte ihr Vorgehen als unislamisch.

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