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Erneute tödliche Zusammenstösse zwischen sunnitischen Demonstranten und Sicherheitskräften im Irak haben die Regierung des schiitischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki weiter geschwächt. Aus Protest gegen das Blutvergiessen bei Kirkuk trat Bildungsminister Mohammed Ali Tamim zurück.

Bei den Auseinandersetzungen nahe Kirkuk wurden am Morgen mindestens 27 Menschen getötet. 70 weitere Menschen wurden verletzt. Die Zusammenstösse im Norden des Landes waren die blutigsten seit Beginn der sunnitischen Protestwelle vor vier Monaten.

Am Morgen (4.00 Uhr MESZ) drangen Sicherheitskräfte in die Demonstrationszone in Hawidscha westlich von Kirkuk ein, wie ein ranghoher Armeeoffizier sagte. Die sunnitischen Demonstranten hielten den Platz nach Angaben der Armee seit Wochen besetzt, um gegen die Regierung Malikis zu protestieren.

Gegenseitige Vorwürfe

Einem Brigadegeneral zufolge galt der Einsatz einer militanten Gruppe. Aus der Menge der Demonstranten sei das Feuer auf die Polizisten eröffnet worden. Diese hätten das Feuer erwidert.

Ein weiterer Offizier sagte, 34 Kalaschnikow-Gewehre und vier Maschinengewehre seien auf dem Platz gefunden worden. Unter den 27 Todesopfern waren auch zwei Soldaten.

Vertreter der Demonstranten warfen der Armee vor, die Zusammenstösse provoziert zu haben. Die Sicherheitskräfte hätten wahllos in die Menge geschossen und Zelte in Brand gesetzt, sagte einer der Organisatoren, Abdulmalik al-Dschuburi. Die Demonstranten seien nur mit vier Gewehren bewaffnet gewesen, um den Demonstrationsbereich zu schützen.

Rücktritte

Bildungsminister Tamim, ein Sunnit, legte aus Protest gegen das Vorgehen der Sicherheitskräfte sein Amt nieder. Mit seinem Rücktritt setzt sich der Exodus sunnitischer Minister aus Malikis Kabinett fort.

Seit Anfang März traten bereits drei sunnitische Minister zurück: Anfang März ging zunächst Finanzminister Rifaa al-Issawi, kurz darauf Landwirtschaftsminister Essedin al-Dauleh. Der umstrittene Maliki sieht sich seit Ende Dezember einer Protestwelle ausgesetzt.

Vor den Provinzwahlen vom Samstag hatte die Gewalt im Irak wieder deutlich zugenommen. Auch mehrere Kandidaten der Wahl wurden getötet.

Bei Protesten gegen Maliki waren bereits in den vergangenen Wochen Menschen getötet worden. Anfang März erschossen Sicherheitskräfte einen Demonstranten in Mossul, Mitte Januar acht Protestteilnehmer in Falludscha.

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SDA-ATS