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Das Rätselraten über die Ursache der lebensgefährlichen EHEC-Darminfektionen in Deutschland zieht sich hin. Nach ersten Labortests hat sich der Verdacht, Sprossen aus einem Saatgutbetrieb in Niedersachsen könnten die Quelle der Infektionen sein, am Montag nicht erhärtet.

Bei Tests von 23 der 40 aus dem niedersächsischen Betrieb genommen Proben wurde das EHEC-Bakterium nicht gefunden, wie das Landwirtschaftsministerium in Hannover mitteilte. Es werde weiter gesucht. Rasche Ergebnisse seien aber nicht zu erwarten.

Die Suche gestalte sich sehr schwierig, da seit dem vermuteten ersten Bakterienbefall schon mehrere Wochen vergangen seien, sagte ein Sprecher. "Wir halten am Verdacht fest", sagte er. "Unsere Kausalkette ist wasserdicht und plausibel. Sie reisst nicht ab."

Der Saatgutbetrieb in Bienenbüttel in Niedersachsen war am Wochenende in das Zentrum der Suche nach dem Ausgangspunkt der Darminfektionen geraten. Sprossen aus dem Betrieb waren direkt oder über Zwischenhändler in mehrere Bundesländer geliefert und in Verbindung mit zahlreichen Krankheitsfällen gebracht worden.

Rückgang bei den Neuerkrankungen

Die Zahl der EHEC-Neuerkrankungen ging am Montag nach Behördenangaben leicht zurück. Deutschlandweit wurden bislang über 2700 Menschen gezählt, bei denen der Durchfallerreger EHEC vermutet wird oder bereits nachgewiesen wurde. Davon leiden mindestens 650 Patienten an der schweren Komplikation HUS (hämolytisch-urämisches Syndrom).

21 Todesfälle in Deutschland und ein Todesfall in Schweden wurden bislang mit EHEC in Zusammenhang gebracht. Am Montag wurde ein mutmasslich weiterer Todesfall aus dem ostdeutschen Bundesland Brandenburg vermeldet. Allerdings habe der Verstorbene bereits an einer anderen schweren Krankheit gelitten, erklärte das Gesundheitsministerium in Potsdam.

Keine neuen Fälle in der Schweiz

In der Schweiz wurde gemäss dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) bei drei Menschen der neuartige EHEC-Erreger nachgewiesen. Alle drei waren vor ihrer Infektion in Deutschland.

Seit vergangenem Freitag habe es keine neuen Fälle mehr gegeben, hiess es am Montag beim BAG. Die Lebensmittel in der Schweiz seien sicher.

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SDA-ATS