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Ehemalige Pflegerinnen stehen vor dem Bezirksgericht Zürich

Dieser Inhalt wurde am 14. April 2010 - 21:46 publiziert
(Keystone-SDA)

Zürich - Weil sie demente Bewohnerinnen des Stadtzürcher Pflegezentrums Entlisberg in demütigenden Situationen gefilmt haben, müssen sich vier ehemalige Pflegerinnen am Donnerstag vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten. Wenn nötig, geht der Prozess am Freitag weiter.
Staatsanwalt Alexander Knauss klagt die vier der Verletzung der Privat- oder Geheimsphäre durch Aufnahmegeräte an. Zwei von ihnen sollen dies mehrfach getan haben. Zudem sollen zwei der Frauen Joints geraucht haben - dies allerdings nicht im Dienst.
Der Staatsanwalt beantragt bedingte Geldstrafen von 120 beziehungsweise 150 unterschiedlich hohen Tagessätzen. Obendrein sollen die Angeklagten Bussen zwischen 500 und 1200 Franken zahlen müssen. Falls sie dies nicht tun, sollen sie Freiheitsstrafen zwischen 5 und 12 Tagen absitzen müssen.
Von den vier heute 23- bis 33-jährigen Angeklagten - eine diplomierte Pflegefachfrau und drei Pflegeassistentinnen - arbeitet heute keine mehr im Pflegezentrum Entlisberg.
Der Pflegeheim-Skandal platzte im Februar 2009, als die Aufnahmen publik wurden. Gedreht wurden die Handy-Filmchen allerdings schon lange zuvor. Die Anklageschrift führt deren vier aus den Jahren 2007 und 2008 auf. Sie zeigen Aufnahmen von zwei Frauen und einem Mann sowie ein Foto von einem zweiten Mann.
Die Angeklagten machten sich einen Spass daraus, mit ihren Handys die betagten und dementen Menschen zu filmen - vorzugsweise, wenn diese nackt waren. Dazu gaben sie teils zynische Kommentare ab und lachten sich schief - alles auf Video festgehalten. Die vier Angeklagten waren in unterschiedlichem Ausmass an den Filmereien beteiligt.
Laut Rechtsanwältin Katharina Sameli, welche die Administrativuntersuchung durchführte, gab es keine Mitwisser. Alle übrigen Mitarbeitenden auf der Abteilung verhielten sich korrekt und professionell, wie Sameli in ihrem Abschlussbericht festhielt.

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