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Die in der Schweiz neu gefundene Blindschleichen-Art Anguis veronesis ist von der bekannten Anguis fragilis optisch schwer zu unterscheiden - auch weil beide viele verschiedene Färbungen und Musterungen haben können.

Sylvain Ursenbacher

(sda-ats)

Im Tessin und im Misox ist eine zweite Blindschleichenart identifiziert worden. Bisher hatte man angenommen, dass nur eine Blindschleichenart in der Schweiz lebt. Die beiden Arten sind optisch kaum zu unterscheiden.

Die Blindschleiche ist das wohl häufigste Reptil in der Schweiz; man findet sie in Komposthaufen, unter Brettern oder auf warmen Steinen. Nachdem man früher europaweit von einer Art ausgegangen war, waren in den letzten Jahren verschiedene Arten mit deutlich unterschiedlichem Erbgut identifiziert worden.

Nun sind Forschende der Universität Basel dem Verdacht nachgegangen, das auch in der Schweiz nicht nur die Art Anguis fragilis leben könnte. Tatsächlich fanden sie im Tessin und im Bündner Südtal Misox die südeuropäische Art Anguis veronensis, wie der Basler Umweltwissenschaftsdozent Sylvain Ursenbacher Angaben der Zeitschrift "Tierwelt" bestätigt.

Gemäss Ursenbacher sind die genetischen Unterschiede zwischen den beiden in der Schweiz identifizierten Arten so gross, dass sie sich vor sechs bis sieben Millionen Jahren getrennt haben müssen. Weil beide Arten aber in diversen Färbungen und Musterungen auftreten, ist eine optische Unterscheidung kaum möglich, erst recht für Laien.

Während Anguis fragilis auf der roten Liste der gefährdeten Tierarten in der Schweiz als "nicht gefährdet" geführt wird, dürfte Anguis veronensis wegen des kleinen Schweizer Verbreitungsgebietes als "verletzlich" eingestuft werden. Generell schwindet der Lebensraum der Blindschleichen wegen der Bautätigkeit und zu sterilen Gärten; zudem werden sie Opfer von Katzen und Rasenmähern.

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SDA-ATS