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Eine Woche Protest auf dem Bau gegen "mickriges" Lohnangebot

Dieser Inhalt wurde am 29. Oktober 2010 - 15:47 publiziert
(Keystone-SDA)

Bern - Rund 3000 Personen haben laut den Gewerkschaften Unia und Syna in dieser Woche auf über 100 Baustellen gegen das Lohnangebot der Baumeister protestiert. Vor der vierten Verhandlungsrunde sind die Parteien nach wie vor weit voneinander entfernt.
150 Franken mehr Lohn pro Monat für alle Bauarbeiter fordern die Gewerkschaften für das kommende Jahr. Bei einem durchschnittlichen Lohn entspricht das einer Lohnerhöhung von 2,7 Prozent. Die Baumeister sind zu einer Erhöhung um 1 Prozent bereit: 0,6 Prozent generell plus 0,4 Prozent individuell.
In der Lesart der Gewerkschaft ist das "mickrig". Bei den tiefsten Löhnen (rund 4330 Franken) bedeute die generelle Erhöhung gerade mal 26 Franken mehr im Portemonnaie. Damit liessen sich nicht einmal die höheren Krankenkassenprämien begleichen.
Rücken gestärktUm Rückhalt für ihre Forderung zu erhalten, luden Syna und Unia in der ganzen Woche zu "Znünis", Mittagessen oder Feierabend-Versammlungen, wie sie am Freitag mitteilten. Die Aktionen seien friedlich verlaufen. "Wir fühlen uns nach Gesprächen mit den Bauarbeitern in unserer Forderung bestärkt", sagte Ernst Zülle von der Syna auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.
Die Reaktionen hätten gezeigt, dass die Arbeiter kein Verständnis für das Lohnangebot der Baumeister hätten. "Die Auslastung in der Branche ist bestens. Die Bauarbeiter spüren das direkt, da sie Samstagsarbeit und Überzeit leisten müssen", sagte Zülle. Ein "anständiges" Lohnangebot müsse möglich sein.
Miserable MargeDer Baumeisterverband (SBV) bestätigt die gute Konjunktur, verteidigt aber das Angebot. Die gute Auslastung ändere nichts an den "miserablen Margen" auf dem Bau wegen des ruinösen Wettbewerbs unter zu vielen Anbietern, sagte SBV-Direktor Daniel Lehmann der SDA. Eine Erhöhung um 1 Prozent, welche die massgebende Teuerung im September von 0,3 Prozent klar übertreffe, sei daher "sehr gut".
Die Baumeister sehen im Gegensatz zu den Gewerkschaften auch keinen Nachholbedarf, wie Lehmann sagte. Das Baugewerbe habe bereits heute "die höchsten Löhne aller gewerblichen Branchen mit Gesamtarbeitsverträgen." Zudem habe die Lohnerhöhung schon im letzten Jahr die Teuerung überschritten.

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