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In der Ukraine ist ein Munitionslager in Brand geraten. Das Feuer löste Explosionen von Artilleriegranaten und Raketen aus.

KEYSTONE/AP/EFREM LUKATSKY

(sda-ats)

Im Mittelwesten der Ukraine ist eines der grössten Munitionslager des Landes in Brand geraten. Die Behörden evakuierten rund 30'000 Bewohner der umliegenden Dörfer und sperrten den Luftraum in einem Radius von 50 Kilometern über dem Depot.

Nach Angaben des Militärs brach das Feuer gegen 22.00 Uhr Ortszeit (MESZ) aus. Daraufhin seien zahlreiche in dem Depot gelagerte Artilleriegranaten explodiert, sagte ein Polizeisprecher der Nachrichtenseite "Ukrainska Prawda".

Nach Angaben der ukrainischen Regierung ist das Feuer inzwischen unter Kontrolle gebracht worden. Zwei Menschen wurden verletzt und in Spitäler gebracht, wie die örtlichen Behörden am Mittwochmorgen mitteilten.

Das Debot ist 20 Kilometer von der 370'000 Einwohner zählenden Stadt Winnyzja entfernt. Die 20'000-Einwohner-Stadt Kalyniwka und mehrere Dörfer in der Region Winnyzja wurden evakuiert. Vereinzelt fingen auch Wohnhäuser Feuer, die Brände konnten aber gelöscht werden. 180 Patienten aus Krankenhäusern mussten in Sicherheit gebracht werden.

Auch ein Teil der Strassen in der Region wurde gesperrt und der Bahnverkehr teilweise umgeleitet. 180 Patienten aus Krankenhäusern mussten in Sicherheit gebracht werden. "Die Menschen haben grossen Schaden erlitten", sagte eine Anwohnerin, die nur ihren Vornamen Antonina nennen wollte. In einigen Häusern seien Fenster und Türen "komplett herausgerissen".

Staatsanwaltschaft spricht von Sabotage

Die ukrainische Führung vermutete einen Brandanschlag. Präsidentenberater Juri Birjukow sagte, möglicherweise sei das Lager mit einer Drohne angegriffen worden. Ein Wachtposten habe von einem seltsamen Geräusch berichtet, anschliessend habe es eine Explosion gegeben, schrieb Birjukow auf Facebook. Die Staatsanwaltschaft zog "Sabotage" in Betracht.

Zudem schrieb der Militärexperte von Festnahmen. Eine unabhängige Bestätigung für die Angaben lag zunächst nicht vor. Präsident Petro Poroschenko setzte für den Nachmittag eine Sitzung mit Vertretern zahlreicher Sicherheitsorgane an.

Ministerpräsident Wolodimir Groisman traf kurz nach Mitternacht in Winnyzja ein, um persönlich die Arbeit der Behörden zu koordinieren. Er war bis 2014 selbst Bürgermeister der Stadt. "Ich denke, es war kein Unfall", sagte Groisman. Die Verantwortlichen müssten gefunden werden, sagte er. Präsident Petro Poroschenko wies Groisman und die Militärführung an, direkt an ihn zu berichten über die Entwicklung.

Nicht der erste Vorfall in diesem Jahr

Das Munitionslager liegt rund 200 Kilometer westlich der Hauptstadt Kiew. Nach Angaben der regionalen Behörden lagern in dem Depot im Zentrum des Landes auf 586 Hektar 83'000 Tonnen Munition. Das Militär teilte mit, das Lager sei zu 70 Prozent verschont geblieben.

Bereits im März hatte ein Brand in einem riesigen Waffen- und Munitionslager in der Stadt Balaklija im Osten des Landes zu tagelangen Explosionen geführt, bei denen ein Mensch getötet wurde. Tausende Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. Die Ursache wurde nicht vollständig geklärt, die Regierung ging auch damals von Sabotage aus. Die Schäden wurden auf mehr als drei Millionen Euro geschätzt.

Das Depot der Stadt Balaklija liegt rund hundert Kilometer von den ostukrainischen Gebieten entfernt, die von den prorussischen Aufständischen kontrolliert werden. In dem Konflikt der prorussischen Rebellen gegen Kiews Regierungstruppen wurden seit April 2014 mehr als 10'000 Menschen getötet.

Im Oktober 2015 starben zudem zwei Menschen bei einer Serie von Explosionen in einem weiteren, direkt an der Frontlinie gelegenen Munitionsdepot.

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SDA-ATS