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Kehrt Breel Embolo nach 336 Tagen auf die Schalker Bundesliga-Bühne zurück? Seit dem letzten Oktober ringt der 20-Jährige um Fortschritte.

Konkrete Prognosen sind diffizil, Nationalcoach Vladimir Petkovic sagt gleichwohl: "Er ist physisch in guter Verfassung."

158 Minuten in der Oberliga Westfalen, gegen fünftklassige Namenlose der SV Lippstadt und Hammer SpVg. Schicht im Schacht - für Embolo ist der Begriff mehr als eine Plattitüde. Der im letzten Oktober gravierend verletzte Schweizer Nationalspieler muss nach über elfmonatiger Aufbauarbeit tatsächlich tief unten wieder Anlaufen holen.

Im vorletzten Sommer war er in Gelsenkirchen als Hoffnungsträger vorgestellt worden, bis der Augsburger Konstantinos Stafylidis die Euphorie um Embolo mit einem Foul am 15. Oktober 2016 schlagartig stoppte. Zurück blieben ein malträtiertes Sprunggelenk, Wadenbeinfrakturen und gerissene Bänder. Und weil der Heilungsprozess nicht wunschgemäss verlief, keimten Zweifel auf. Unbeteiligte publizierten Ferndiagnosen, die "Bild-Zeitung" veröffentlichte das Ergebnis einer Nachuntersuchung, Spekulationen kursierten, Unruhe breitete sich aus.

"Mir fehlt der Ball, mir fehlt das Training mit dem Team, es ist vieles ungewohnt", meldete Embolo im Frühsommer in einem Telefonat mit der Nachrichtenagentur sda. "Mir ist klar, dass ich in den nächsten Wochen nichts falsch machen darf. Zufrieden bin ich erst, wenn ich wieder spielen kann." Seither hat sich der 20-Jährige weitgehend zurückgezogen aus der Öffentlichkeit.

Aus dem inneren Schalker Zirkel sickert zur Personalie Embolo nur wenig Aktuelles durch. Der Spieler wird abgeschirmt. Anfragen perlen ab. Das Dossier ist heikel. Verlässliche Prognosen sind keine erhältlich. Selbst fundierte mediale Beobachter können nicht abschätzen, wie nahe Embolo vor dem Bundesliga-Comeback steht. Gegen den VfB Stuttgart gehörte er zum Kader, ob er am Samstag in Bremen nach exakt 336 Tagen zurückkehrt, ist nicht absehbar.

"Intern üben wir keinerlei Druck auf ihn aus, im Gegenteil. Wir müssen ihn sogar manchmal bremsen", erklärte Sportvorstand Christian Heidel in einem "Kicker"-Interview vor ein paar Wochen. "Wir haben alle ein prima Gefühl, aber wir wissen auch, dass er Zeit brauchen wird." Geduld, Zurückhaltung, Risikominimierung. "Breel hat Fortschritte gemacht", sagte Schalkes Coach Domenico Tedesco am letzten Freitag. Mehr nicht.

S04 dosiert den Prozess seit einem medizinischen Rückschlag im Frühjahr auffällig, der behutsame Betreuerstab gibt das Schritttempo in Absprache mit dem Trainer vor. Wie viel der Klub, der inzwischen über 265 Millionen Euro umsetzt, sich nach wie vor von seinem Königstransfer erhofft, machte Heidel an der letzten Mitgliederversammlung vor aufgeregten 10'000 Aficionados deutlich: "Sein Spiel ist das, was wir brauchen. Deshalb haben wir viel Geld für Breel ausgegeben. Er kann den Unterschied ausmachen."

Embolo schätzt die Herausforderung und kennt die Ansprüche. Der 22-Millionen-Mann traut sich die Frontmannrolle zu, er will Verantwortung übernehmen - so schnell wie möglich. "In Gesprächen mit ihm war dieses Verlangen zu spüren", berichtet ein Reporter der Rheinischen Post. Embolo tue sich schwer damit, nur kleine Schritte vorwärtszugehen; die Anspannung sei unverkennbar.

Basler Vertraute gewannen im persönlichen Austausch mit Embolo hingegen den Eindruck, das Talent sei weiterhin überwiegend positiv eingestellt und verbreite Zuversicht wie in den besten FCB-Tagen. Ein Statement vor rund zwei Wochen bekräftigt jene Einschätzung: "Ich fühle mich gut, das hat man gesehen", betonte Embolo nach zwei Testspieltoren gegen den FC Gütersloh.

Nicht nur Schalke sehnt sich nach der Rückkehr von Embolo, auch Vladimir Petkovic interessiert sich für die Bulletins aus der Knappen-Abteilung. "Ich verfolge natürlich sehr nah, wie es mit Embolo in den nächsten Tagen und Wochen weitergeht", sagte der Schweizer Selektionär zur Nachrichtenagentur sda. Er hoffe, Embolo komme möglichst bald wieder für ein Aufgebot infrage.

Der letzte telefonische Kontakt mit dem EM-Endrunden-Teilnehmer liegt nicht allzu weit zurück. Vor der zweitletzten WM-Ausscheidungstranche gegen Andorra (3:0) und Lettland (3:0) verschaffte sich Petkovic ein Bild vom Zustand Embolos: "Er ist physisch in guter Verfassung und brennt auf das Comeback in der 1. Bundesliga."

Die vorsichtige Strategie im Ruhrpott goutiert der SFV-Taktgeber ausdrücklich: "Der Klub gibt Breel viel Zeit, sich von der schweren Verletzung zu erholen und wieder in Schwung zu kommen. Das ist im Fussball oft genug nicht der Fall." Das sei lobenswert und tue vor allem Embolo gut.

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SDA-ATS