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Mit einem Jahr Verspätung erhält Joel Wicki die Chance, ein Schwingfest mit eidgenössischem Charakter zu gewinnen. Der junge Sörenberger gehört dem kleinsten Favoritenkreis am Unspunnenfest an.

Der Helikopterflug mit der Rega von Rigi Staffel zum Spital in Wolhusen am Eingang des Entlebuchs dauerte eine Viertelstunde. Für die grosse Innerschweizer Hoffnung waren es vermutlich die längsten 15 Minuten in der noch jungen Karriere. Im unheilvollen zweiteiligen Rigi-Schlussgang, in dem sich vorher auch der Schwyzer Eidgenosse Bruno Nötzli ernsthaft verletzt hatte, spürte und hörte Wicki ein Knacken im rechten Fussgelenk. Der Schmerz setzte ein. Bald schon wurde der Schwinger mit der Bahre zum Helikopter geführt.

In den Gedanken während des kurzen Flugs musste sich Joel Wicki mit dem Schlimmsten vertraut machen. Dieses Schlimmste wäre das neuerliche frühzeitige Ende der Saison gewesen. Im Sommer 2016 hatte er sich am Bergkranzfest auf der Schwägalp einen Unterschenkelbruch zugezogen - nur zwei Wochen vor dem Eidgenössischen Fest in Estavayer. Er verpasste das grösste Fest, auf das er sich als einer der Shooting Stars der Saison so sehr gefreut hatte.

Sieben Wochen Zeit

Nach dem Unfall auf der Rigi wurde ihm bewusst, dass er höchstens sieben Wochen Zeit haben würde, um bis zum diesjährigen Highlight, dem Unspunnen-Schwinget in Interlaken, fit zu werden. Es wäre bitter gewesen, wenn er sich als einer der jungen Favoriten oder Geheimfavoriten schon wieder nicht mit den Bösesten des Landes hätte messen können.

Als er auf der Rigi verunfallte, hatte Wicki in der Saison 2017 schon drei Kranzfeste gewonnen, nämlich das Ob- und Nidwaldner Kantonale, den Stoos-Schwinget und als Gast das Basellandschaftliche Fest. In der Jahresrangliste des eidgenössischen Verbandes und der Fachzeitung "Schlussgang" nahm er dank den vorzüglichen Ergebnissen den 1. Platz ein.

Zu Wickis Glück stellte sich die Verletzung am rechten Fuss als nicht derart gravierend heraus. Seine Befürchtungen konnte er beiseite legen. Früher, als er erwartet hatte, war er wieder am Trainieren. Und am 13. August, zwei Wochen vor Unspunnen, war er einsatzbereit. Am Nordwestschweizer Teilverbandsfest in Therwil wurde er trotz einer recht schwierigen Einteilung Zweiter. Dieses wohlgeratene Comeback brachte ihm ein Stimmungshoch. Er freut sich unbändig auf das erste ganz grosse Fest, das er gleichsam als Erwachsener bestreiten kann. Am Eidgenössischen Fest 2013 in Burgdorf und am Kilchberger Schwinget 2014 hatte er als Jungspund mit grossem Talent auf sich aufmerksam gemacht. Reif genug für einen Spitzenplatz konnte er aber damals, mit 16 und 17 Jahren, noch nicht sein.

Das Repertoire wird grösser

Auch am Sonntag in Interlaken wird man noch nicht den fertig entwickelten Joel Wicki erleben. Sein technisches Repertoire beispielsweise ist noch nicht komplett. Ursprünglich vertraute er als Athlet mit unbändiger Kraft weitgehend auf den explosiven Kurzzug. Heute, mit 20 Jahren, kann er auf weitere Schwünge bauen, vor allem aber auf den inneren Haken, der nebst dem Kurz nun die zweite gefährliche Waffe ist. Mit der Grösse von 183 Zentimetern ist Joel Wicki unter den ganz Bösen kein Hüne. Er kann dieses kleine Manko jedoch mit anderen Fähigkeiten ausgleichen.

Joel Wicki hat breite Schultern. Sie müssen derzeit unbedingt breit sein, denn in Interlaken wird er einen grossen Teil des Erwartungsdrucks aus der schwingbegeisterten Innerschweiz aushalten müssen. Nach verschiedenen Verletzungen und Ausfällen guter Schwinger aus der Innerschweiz spüren die Übriggebliebenen eine umso höhere Verantwortung. Joel Wicki, ein Ausnahmeschwinger, wird zuerst in die Verantwortung genommen.

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SDA-ATS