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Der libysche Regierungschef Ali Seidan ist wieder frei. Seidan sei mehrere Stunden nach seiner Entführung am Donnerstagmorgen durch eine Rebellenmiliz wieder in Freiheit, sagte der libysche Aussenminister Mohammed Abdelasis der Nachrichtenagentur AFP.

Die genauen Umstände seiner Freilassung seien noch unklar, hiess es weiter. Der Regierungschef war im Morgengrauen von bewaffneten Männern aus einem Hotel in Tripolis verschleppt worden.

Die Miliz Operationszelle der libyschen Revolutionäre bekannte sich zu der Tat und erklärte, sie habe Seidan auf Anordnung der Staatsanwaltschaft festgenommen. Die Gruppe hatte zuvor Seidans Regierung dafür verantwortlich gemacht, dass US-Spezialeinheiten am Samstag in Tripolis den mutmasslichen Al-Kaida-Planer Abu Anas al-Libi gefasst und ausser Landes gebracht hatten.

Die libysche Abteilung für Verbrechensbekämpfung hatte laut der staatlichen Nachrichtenagentur Lana erklärt, Seidan befinde sich in ihrem Gewahrsam und sei bei guter Gesundheit.

Die Festnahme sei von der "Kommandozentrale der libyschen Revolutionäre", einem Zusammenschluss ehemaliger Milizen aus dem Bürgerkrieg 2011, angeordnet worden. Seidan stehe im Verdacht, die nationale Sicherheit gefährdet zu haben. Ausserdem werde ihm Korruption vorgeworfen.

Unter dem Dach des Innenministeriums arbeiten neben Beamten aus der Ära des 2011 gestürzten Langzeitherrschers Muammar al-Gaddafi auch Angehörige sogenannter Revolutionsbrigaden, die sich einst für den Kampf gegen Gaddafis Truppen formiert hatten. Diese folgen nicht immer den Vorgaben der Regierung.

Erster gewählter Regierungschef

Das Büro des Generalstaatsanwalts verurteilte die Entführung des Ministerpräsidenten. Die Regierung rief die Bevölkerung auf, Ruhe zu bewahren. Seidan ist der erste gewählte Regierungschef Libyens. Der ehemalige Oppositionelle hatte in der Gaddafi-Ära im Exil gelebt, unter anderem im Irak und in Deutschland.

Nach dem Verschwinden des mutmasslichen Al-Kaida-Terroristen Abu Anas al-Libi hatte es in der ostlibyschen Stadt Bengasi eine Protestaktion radikaler Islamisten gegeben. Auch einige Milizen, die nicht dem terroristischen Milieu angehören, hatten ihren Unmut darüber geäussert, dass Ausländer mitten in der Hauptstadt einen libyschen Staatsbürger verschleppen können.

Die Regierung in Tripolis hatte nach dem Verschwinden von Al-Libi die US-Botschafterin einbestellt, gleichzeitig aber betont, man hoffe weiterhin auf gute Beziehungen zu Washington.

SDA-ATS