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Ein umgekippter Wagen eines entgleisten Eurocity-Neigezugs. Sieben Menschen wurden bei dem Unfall leicht verletzt. Die Ursache war zunächst noch unbekannt. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

KEYSTONE/URS FLUEELER

(sda-ats)

Zwei Wagen eines Eurocity sind am Mittwoch bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof Luzern entgleist. Sieben der rund 160 Passagiere wurden bei dem Unfall leicht verletzt. Der Bahnhof dürfte bis Donnerstagmorgen lahmgelegt bleiben.

Der Eurocity 158 kam von Mailand her und fuhr um 13:58 Uhr weiter Richtung Basel. Der vierte und fünfte Wagen der siebenteiligen ETR 610 der italienischen Staatsbahn Trenitalia entgleisten noch im Bahnhof unter der Langensandbrücke. Der vierte Wagen kippte und beschädigte einen Querträger der Fahrleitung, die auf den Zug fiel.

Bahnhof blockiert

Durch den Unfall wurden alle drei dort vorhandenen Gleise der normalspurigen Bahnhofszufahrt blockiert. Weil der Strom ausfiel, konnten auch die Schmalspurzüge der Zentralbahn (zb) nicht mehr verkehren.

Der Bahnverkehr kam in Luzern ab 14 Uhr zum Erliegen. Die Züge verkehrten nur noch bis zu Vororten. Von dort wurden Busse eingesetzt. Dieser Zustand dürfte noch bis in den Donnerstag hinein andauern, sagte Toni Häne vom SBB Personenverkehr an einer Medienkonferenz.

Die Heimreise der Pendler dauerte am Mittwochabend erheblich länger als sonst. Einige Pendler organisierten sich via Twitter und beschafften so Mitfahrgelegenheiten in Autos. Die SBB riet zudem von Reisen von und nach Luzern ab.

Der Unfall löste ein Grossaufgebot der Blaulichtorganisationen aus. Die Polizei, Ambulanzen aus der ganzen Zentralschweiz, die Feuerwehren der SBB und der Stadt Luzern sowie Fachdienste der SBB seien rasch ausgerückt, sagte Kurt Graf, Sprecher der Luzerner Polizei.

"Daumen nach oben"

Die Bergung der Passagiere verlief relativ einfach, weil der entgleiste Zug leicht zu erreichen war. Die Passagiere hätten den Rettungskräften durch die Scheiben mit dem "Daumen nach oben" signalisieren können, dass nichts Schlimmeres passiert sei, sagte Graf.

Die Fahrgäste mussten eine Stunde im verunfallten Zug ausharren. Bevor sie geborgen werden konnten, musste der Wagen in Schräglage gesichert und die beschädigte Fahrleitung geerdet werden. Alle Passagiere konnten den Zug dann selbst verlassen. Sieben Personen erlitten leichte Verletzungen, fünf von ihnen wurden ins Spital gebracht. Sie erlitten hauptsächlich Prellungen und Schürfungen.

Eine S-Bahn nach Stans NW sowie ein Interregio nach Genf blieben nach der Entgleisung des Intercity-Neigezugs ebenfalls im Bahnhof stecken. Auch diese Passagiere wurden evakuiert.

Ermittlungen laufen

Zur Unfallursache war am Mittwoch noch nichts bekannt. Die Untersuchung führt die Schweizerische Unfalluntersuchungsstelle SUST. Wie gross die Schäden an den Gleisen, Fahrleitungen und am Zug sind, konnte noch nicht beziffert werden. Bevor die Bahnanlagen in Stand gestellt werden können, muss der verunglückte Zug weggeschafft werden.

Der Bahnhof Luzern ist ein Kopfbahnhof mit einer engen Zufahrt. Um die Kapazitäten zu erhöhen, möchte Luzern den bestehenden Bahnhof mit einem unterirdischen Durchgangsbahnhof ergänzen.

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SDA-ATS