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Weltmeisterschaft - Der Final der Eishockey-WM heisst Russland gegen die Slowakei. Die Halbfinals hatten es in sich: Titelverteidiger Finnland verlor gegen Russland 2:6, Tschechien unterliegt der Slowakei 1:3.
In Helsinki erlebten die über 13'000 Zuschauer im ersten Halbfinal eine riesige Enttäuschung, denn für die finnische Mannschaft endete der Weg zur Titelverteidigung abrupt mit einer Kanterniederlage gegen die überlegenen Russen. Matchwinner war Jewgeni Malkin mit drei Toren. Nach Malkins drittem Treffer zum 4:1 warfen die (russischen) Zuschauer ihre Kopfbedeckungen zur Ehrbezeugung auf das Eis. Der Topskorer der aktuellen NHL-Saison (109 Punkte in 75 Spielen) entschied die Partie in Helsinki im Alleingang. Der Stürmer der Pittsburgh Penguins hatte die "Sbornaja" im ersten Drittel nach einem frühen Rückstand bereits 2:1 in Führung geschossen. Dazwischen traf mit Alexander Owetschkin der zweite Superstar der russischen Mannschaft.
Russland überzeugte auf allen Ebenen. So erzielten sie aus den ersten drei Powerplay-Möglichkeiten zwei Treffer. Und als Finnland zu Beginn und im mittleren Abschnitt drückte, hielt die tadellose russische Defensive dem Druck stand. Mit dem Sieg revanchierten sich die Russen erfolgreich für die vor einem Jahr erlittene Halbfinal-Schlappe (0:3) an der WM in Bratislava.
Finnland dagegen blieb nach der Demontage nur der Frust. Vom Triumph des Vorjahres, der die Basis zum zweiten finnischen WM-Titel nach 1995 bildete, waren die Gastgeber weit entfernt. Finnland verpasst damit die erfolgreiche Titelverteidigung und einmal mehr kann ein Heimteam an seiner WM nicht triumphieren. Letztmals hatte Russland 1986 an der WM im eigenen Land Gold gewonnen.
Der zweite Halbfinal, das Bruderduell der ehemaligen CSSR-Nationen, brachte eine happige Überraschung. Matchwinner für die defensiv starken Slowaken war der 37-jährige Routinier Miroslav Satan. Der gebürtige Tscheche, der nach 16-jährige Karriere in der NHL seit dieser Saison wieder in der Slowakei bei Slovan Bratislava spielt, schoss das 1:0 und - mit einem Shorthander kurz nach Beginn des letzten Drittels - das letztlich entscheidende 2:1.
Für den Final vom Sonntag in Helsinki (Spielbeginn 19.40 Uhr) wird sich also die Frage stellen, ob Russland zum 26. Weltmeister wird (die Zeit der Sowjetunion eingerechnet) - oder ob die oft unterschätzten Slowaken ihren zweiten Titel der Geschichte (nach 2002 in Schweden) einfahren. Russland war auch damals der Finalgegner der Slowakei.
Russland - Finnland 6:2 (2:1, 2:0, 2:1)
Hartwall Arena, Helsinki. - 13'239 Zuschauer. - SR Jerabek/Reiber (Tsch/Sz), Dussureault/Morrison (Ka/USA). - Tore: 8. Niskala (Kontiola, Joensuu) 0:1. 16. Malkin (Nikitin, Popow) 1:1. 20. (19:06) Malkin (Scherdew, Schirokow/Ausschluss Väänänen) 2:1. 30. Owetschkin (Denis Denissow, Popow) 3:1. 38. Malkin (Nikulin/Ausschluss Mikko Koivu) 4:1. 42. Kokarew (Kuljomin) 5:1. 49. Schirokow (Birjukow, Nikitin/Ausschluss Joensuu) 6:1. 57. Granlund (Järvinen, Mikko Koivu) 6:2. - Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Russland, 4mal 2 Minuten gegen Finnland.
Russland: Warlamow; Nikulin, Birjukow; Jemelin, Rjasenski; Medwedew, Denis Denissow; Nikitin; Pereschogin, Malkin, Popow; Semin, Dazjuk, Owetschkin; Kokarew, Switow, Kuljomin; Scherdew, Tereschenko, Schirokow; Kusnezow.
Finnland: Vehanen; Hietanen, Mäenpää; Väänänen, Järvinen; Kukkonen, Jaakola; Niskala; Jokinen, Mikko Koivu, Filppula; Granlund, Immonen, Pesonen; Joensuu, Kontiola, Pihlström; Kiiskinen, Kapanen, Komarov; Pyörälä.
Bemerkungen: Finnland ohne Salmela (gesperrt).
Tschechien - Slowakei 1:3 (0:1, 1:0, 0:2)
Hartwall Arena, Helsinki. - 12'355 Zuschauer. - SR Brüggemann/Levonen (De/Fi), Schulz/Wilmot (De/Ka). - Tore: 16. Satan (Sekera, Baranka) 0:1. 31. Frolik (Plekanec) 1:1. 41. (40:56) Satan (Handzus/Ausschluss Bliznak!) 1:2. 45. Hudacek (Surovy) 1:3. - Strafen: keine gegen Tschechien, 3mal 2 Minuten gegen die Slowakei.
Tschechien: Kovar (47. Stepanek); Nakladal, Blatak; Nemec, Caslava; Krajicek, Mojzis; Krejcik; Erat, Plekanec, Michalek; Frolik, Krejci, Tenkrat; Hemsky, Nedved, Koukal; Petruzalek, Novotny, Prucha; Vondrka.
Slowakei: Laco; Sekera, Baranka; Chara, Sersen; Vydareny, Starosta; Radivojevic, Handzus, Kopecky; Satan, Surovy, Hudacek; Miklik, Mikus, Tatar; Hovorka, Bliznak, Bartovic; Hascak.
Bemerkungen: Tschechien ohne Kutlak (Ambri-Piotta/verletzt), Slowakei ohne Granak, Kudroc und Marcel Hossa (alle verletzt). Pfostenschüsse Frolik (8.) und Blatak (12.). Erat (10.) und Starosta (25.) verletzt ausgeschieden (10.). Timeout Tschechien (59:07). Tschechien ab 58:17 ohne Torhüter.

SDA-ATS