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Die Zentrale des Schweizerischen Erdbebendienstes. (Archivbild)

KEYSTONE/ENNIO LEANZA

(sda-ats)

Im Kanton Waadt hat am Samstagmorgen die Erde gebebt. Der Schweizerische Erdbebendienst registrierte um 10.10 Uhr bei Château d'Oex VD ein Beben der Magnitude 4,3 auf der Richterskala.

Das Beben dürfte in der ganzen Schweiz verspürt worden sein. Kleinere Schäden seien bei einem Erdbeben dieser Stärke in der Nähe des Epizentrums vereinzelt möglich, schreibt der Erdbebendienst. Erdstösse dieser Stärke werden in der Schweiz etwa alle ein bis drei Jahre registriert.

Das letzte vergleichbare Erdbeben ereignete sich am Abend des vergangenen 6. Märzes bei Linthal GL. Es handelte sich damals mit einer Magnitude von 4,6 auf der Richterskala um das stärkste Beben seit über zehn Jahren. Rund 30 leichtere Nachbeben folgten dem stärksten Erdstoss.

Rund 5000 Menschen aus einem Umkreis von 200 Kilometern hatten damals die Hotline des Erdbebendienstes angerufen, um zu melden, dass sie den Erdstoss verspürt hatten. Die Webseite des Erdbebendienstes war zeitweise pro Minute von bis zu einer halben Million besorgter Bürgerinnen und Bürger aufgerufen worden.

Die Gebäudeversicherung GlarnerSach verzeichnete damals rund ein Dutzend Schäden. Allerdings handelte es sich ausschliesslich um "Bagatellfälle" wie zum Beispiel Risse in den Wänden, eine eingerissene Wasserleitung und ein eingestürzter Kamin.

Über 30 spürbare Erdbeben im 2016

2016 waren in der Schweiz insgesamt 31 spürbare Erdbeben registriert worden. Dies waren deutlich mehr als der langjährige Durchschnitt von 23 solchen Ereignissen. Insgesamt ereignen sich pro Jahr bis zu 800 meist harmlose Erdstösse.

Das stärkste historisch dokumentierte Erdbeben in der Schweiz mit einer geschätzten Magnitude von 6,6 zerstörte 1356 grosse Teile Basels. Es richtete vergleichbar schwere Schäden an wie jenes in San Francisco im Jahr 1906. Käme es heute in Basel zu einem ähnlichen Beben, so wäre mit mehreren tausend Toten und Zehntausenden von Verletzten zu rechnen.

Beben mit einer Stärke um 6 sind gemäss dem Erdbebendienst alle 50 bis 150 Jahre möglich. Zum vorerst letzten Mal ereignete sich ein solcher Erdstoss 1946 bei Siders VS. Eine Person erlitt damals vor Schreck einen tödlichen Herzanfall, mehrere Menschen wurden verletzt. Glockentürme und Kamine stürzten ein. Gemäss dem Erdbebendienst ist ein solches Beben überall und jederzeit in der Schweiz möglich.

SDA-ATS