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Die US-Ermittler suchen noch nach dem Motiv des Las-Vegas-Täters, der wahllos in die Menge der Konzertbesucher feuerte und dabei mindestens 59 Menschen tötete.

KEYSTONE/AP/JOHN LOCHER

(sda-ats)

Nach dem Massaker von Las Vegas mit mindestens 59 Toten rätseln die Ermittler über das Motiv des Todesschützen. Der 64-jährige Stephen Paddock hinterliess nach Polizeiangaben vom Montagabend (Ortszeit) keine Erklärung für seine Bluttat.

Die Tat ist das schlimmste Massaker in der jüngeren US-Geschichte. Gemäss Bezirks-Sheriff Joseph Lombardo wurden mindestens 59 Menschen getötet und 527 weitere verletzt. Angesichts mehrerer Schwerstverletzter könnte die Zahl der Todesopfer noch steigen.

US-Präsident Donald Trump hat den Heckenschützen von Las Vegas als "sehr, sehr krankes Individuum" beschrieben. "Er war ein kranker Mann, ein verrückter Mann", sagte Trump am Dienstag in Washington. Der Täter habe "viele Probleme" gehabt. Die Ermittler äusserten sich bislang nicht zum Geisteszustand von Stephen Paddock.

Die Polizei stellte in seiner Suite im Hotel "Mandalay Bay" in Las Vegas, von wo aus er in die Menschenmenge schoss, insgesamt 23 Schusswaffen sicher. In seinem Haus in Mesquite entdeckten die Ermittler zudem 19 weitere Waffen, tausende Schuss Munition, den Sprengstoff Tannerit sowie Ammoniumnitrat, das zum Bombenbau verwendet wird.

Nach Angaben des US-Ministeriums für innere Sicherheit gab es aber keine glaubhaften Hinweise oder Beweise für weitere Anschläge an anderen öffentlichen Orten.

Die Bluttat hat die US-Debatte um das laxe US-Waffenrecht erneut angeheizt. Das Recht auf privaten Waffenbesitz ist im Zweiten Zusatzartikel zur US-Verfassung aus dem Jahr 1791 verankert. Dort steht: "Weil eine gut organisierte Miliz für die Sicherheit eines freien Staates erforderlich ist, darf das Recht des Volkes, Waffen zu besitzen und zu tragen, nicht beeinträchtigt werden."

Chancen für Gesetzesänderung gering

Die Frage, wie weit dieses Recht reicht und welchen Beschränkungen es unterworfen werden darf, wird kontrovers diskutiert. Die Chancen für Gesetzesverschärfungen erscheinen jedoch gering: Präsident Trump ist seit dem Wahlkampf mit der Waffenlobby NRA verbündet - sie unterstützte seine Präsidentschaftskandidatur.

Trump bekräftigte nach dem Massacker denn auch, dass er zunächst nicht über das Waffenrecht diskutieren will. Die NRA kann zudem auf im Kongress dominierende Republikanische Partei zählen. Aber auch unter den Demokraten gibt es Parlamentarier, die eine Reform skeptisch sehen. Sie stammen vor allem aus ländlichen Gebieten.

Die Beweggründe des Täters lagen zunächst völlig im Dunkeln. Die Bundespolizei FBI und der Geheimdienst CIA reagierten skeptisch auf eine Erklärung der Terrormiliz IS, der zufolge Paddock zum Islam konvertiert war und die Tat als "Soldat des IS" beging. Laut Polizei gab es dafür zunächst keinerlei Belege.

"Psychopath" und "einsamer Wolf"

Die Ermittler gingen zunächst davon aus, dass es sich bei Paddock um einen Einzeltäter handelte. Sheriff Lombardo bezeichnete den 64-Jährigen als "Psychopathen" und "einsamen Wolf".

Hinweise erhoffen sich die Ermittler von Paddocks mutmasslicher Partnerin, einer 62-jährigen Australierin mit philippinischen Wurzeln. Paddock habe wohl ihren Ausweis zur "Buchung des Hotels oder Ähnlichem" benutzt, erklärte die australische Aussenministerin Julie Bishop am Dienstag. Die Frau, gegen welche nicht ermittelt wird, hielt sich zur Tatzeit im Ausland auf.

Paddocks Bruder Eric sagte in US-Medien, sein Bruder habe keine "politischen oder religiösen Verbindungen" gepflegt und sei "kein Waffennarr" gewesen. Er habe einzig bei Glücksspielen oft tausende Dollar eingesetzt. Paddock besitzt zwei Häuser im Bundesstaat Nevada. Immobilienexperten schätzten deren Wert auf 600'000 Euro.

Paddocks verstorbener Vater war ein Bankräuber und wurde nach einem Gefängnisausbruch zeitweise vom FBI als einer der zehn meistgesuchten Verbrecher gesucht. In Steckbriefen war er als "psychopathisch" bezeichnet worden. Gemäss Eric Paddock hatten er und sein Bruder keinen Kontakt zum Vater.

Einzelheiten zu Todesopfern

Nach und nach wurden Einzelheiten zu den Opfern bekannt, darunter eine Kindergärtnerin und eine Cheerleaderin aus Kalifornien, eine Krankenschwester aus Tennessee, eine Schulsekretärin aus New Mexico. Zum Gedenken an die Opfer erloschen am Abend die Lichter am Empire State Building in New York und am Eiffelturm in Paris.

Inzwischen sind nach einem Aufruf im Internet bereits mehr als drei Millionen Dollar für die Opfer des Attentats in Las Vegas gespendet worden. Steve Sisolak, demokratischer Kandidat für das Amt des Gouverneurs in Nevada, hatte den Spendenaufruf gemeinsam mit dem örtlichen Sheriff nur wenige Stunden nach dem Massenmord online gestellt.

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SDA-ATS