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Die Justizbehörden in der süditalienischen Stadt Brindisi sind der Ansicht, dass der Bombenanschlag auf eine Schule auf einen Einzeltäter zurückzuführen sei. Auch die Möglichkeit, dass ein psychisch Gestörter die Tat verübt habe, wird nicht ausgeschlossen.

"Es könnte sich um die Tat eines einzelnen Täters handeln", sagte der Staatsanwalt von Brindisi, Marco Di Napoli, bei einer Medienkonferenz am Sonntag. Die Ermittler überprüfen die Aufnahmen von Videoanlagen unweit der Schule, aus denen laut dem Staatsanwalt für die Untersuchung relevante Informationen zu entnehmen seien. Bei dem Anschlag kam eine 16-jährige Schülerin ums Leben, vier Jugendliche wurden verletzt.

In der Nacht auf Sonntag wurden zwei Personen vernommen. Dabei handelt es sich um einen Ex-Soldaten und um eine weitere Person, deren Identität nicht bekanntgegeben wurde, berichtete die Webseite BrindisiReport.it.

Die beiden Personen wurden mit Hilfe von Videos identifiziert. Ihre Wohnungen wurden durchsucht, die beiden Personen wurden allerdings nicht festgenommen. Weitere Durchsuchungen wurden in der ganzen Provinz Brindisi durchgeführt.

"Wir können einen mafiösen Hintergrund des Anschlags mit grosser Wahrscheinlichkeit ausschliessen", sagte Di Marco. Bei der Bombe sei Benzin und nicht - wie bei der Mafia üblich - Dynamit verwendet worden, begründete Anti-Mafia-Staatsanwalt Cataldo Motta seine Zweifel.

Auch der nationale Polizeichef Antonio Manganelli bezweifelte öffentlich die Mafia-Theorie, die unmittelbar nach dem Anschlag als wahrscheinlichster Hintergrund des Attentats galt.

Inzwischen bessert sich der Zustand der vier verletzten Mädchen. Zwei von ihnen schweben allerdings noch in Lebensgefahr, teilten die Ärzte in Brindisi mit.

Massnahmen verschärft

Nach dem Bombenanschlag auf die Schule wurden in ganz Italien die Anti-Terrorismus-Massnahmen verschärft worden. Über 20'000 Sicherheitskräfte und Soldaten seien im Einsatz, berichteten italienischen Medien am Sonntag.

Bereits vergangene Woche waren die Sicherheitsvorkehrungen verschärft worden, nachdem der Geschäftsführer der Atomfirma Ansaldo Nucleare, Roberto Adinolfi, in Genua auf offener Strasse angeschossen worden war. Der Manager wurde am Bein operiert. Die italienische Untergrundorganisation "Informelle Anarchistische Föderation" (FAI) hatte sich zu dem Anschlag bekannt.

Personenschutz wurde unter anderem dem Geschäftsführer des italienischen Rüstungskonzerns Finmeccanica, Giuseppe Orsi, gewährt. Die anarchistische Untergrundorganisation FAI hatte vergangene Woche Anschläge gegen Finmeccanica angekündigt. Auch für Manager der Finmeccanica-Atomtochter Ansaldo Nucleare wurden die Sicherheitsvorkehrungen verschärft.

SDA-ATS