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Mailand - Der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi gerät wieder ins Visier von Staatsanwälten. Diesmal ermittelt die Justiz im Zusammenhang mit einer minderjährigen Nachtclub-Tänzerin, die unter dem Namen Ruby bekannt ist.
Es soll geklärt werden, ob Berlusconi sein Amt missbraucht und sich widerrechtlich für die Freilassung der damals 17-Jährigen aus dem Polizeigewahrsam einsetzte, wie die Mailänder Staatsanwaltschaft am Freitag mitteilte.
Die Tänzerin war wegen Diebstahlsvorwürfen festgenommen worden. Die Ermittler gehen auch dem Vorwurf der Prostitution Minderjähriger nach. Einzelheiten zu diesem Punkt nannten sie nicht.
Der Fall Ruby beherrscht seit Monaten die italienische Presse. Die junge Frau erklärte, als 17-Jährige nach dem Besuch einer Party in Berlusconis Villa Arcore 7000 Euro erhalten zu haben. Sie habe aber keinen Sex mit Berlusconi gehabt. Jedoch wird gegen Freunde Berlusconis wegen Beihilfe zur Prostitution ermittelt.
Nur ein AnrufGemäss der Nachrichtenagentur ANSA hat die Staatsanwaltschaft den Ministerpräsidenten bereits für Freitag einbestellt. Sie will Berlusconi demnach zum Vorwurf anhören, er habe die "sexuelle Natur" einiger Aktivitäten auf diesen Partys zu verschleiern versucht.
Berlusconi selbst hat bereits früher eingestanden, dass er in der Nacht des 27. Mai 2010 persönlich bei einem Funktionär der Mailänder Polizei angerufen hat, damit Ruby freikommt. Er habe aber nur einem Menschen in Not geholfen und auf Polizisten keinen Druck ausgeübt.
Ermittlern zufolge nannte Berlusconi auch eine Mitarbeiterin, der die Beamten die Minderjährige dann übergaben. Das Büro dieser Mitarbeiterin sei am Freitag durchsucht worden, berichtete die Zeitung "Corriere della Sera", die die Ermittlungen gegen den Regierungschef publik gemacht hat.
Anwälte: absurde VorwürfeBerlusconis Anwälte bestätigten die Ermittlungen, nannten die Vorwürfe aber "absurd und unbegründet". Die Untersuchung sei ein "schwerer Eingriff in das Privatleben des Ministerpräsidenten", erklärte Rechtsanwalt Nicoló Ghedini. Alle Vorwürfe seien bereits von Zeugen widerlegt worden.
Der Sprecher von Berlusconis Partei "Volk der Freiheit", Daniele Capezzone, sagte, er sei offenkundig, dass eine Verfolgungskampagne gegen den Premier im Gange sei. Berlusconi selbst sieht sich als Opfer linker Richter, wie er immer wieder betont.

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SDA-ATS